Gehaltsverzicht bis zu 50 Prozent: Piloten bieten Lufthansa millionenschwere Einsparungen an

Frankfurt am Main - Bei der coronagebeutelten Lufthansa will die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) einen Kündigungsschutz bis Ende 2022 erreichen.

Den Piloten könnten Kündigungen drohen (Symbolfoto).
Den Piloten könnten Kündigungen drohen (Symbolfoto).  © Boris Roessler/dpa

Nach Ankündigung eines kurz vor der Zulassung stehenden Impfstoffes komme es nun darauf an, im Unternehmen die Liquidität zu sichern, teilte die VC am Mittwoch in Frankfurt mit.

Sie bot ein zusätzliches "Unterstützungspaket" an, das bis Mitte 2022 einen Betrag von 450 Millionen Euro einspare.

Den rund 5000 Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft drohen bei einer Nichteinigung vom zweiten Quartal 2021 an betriebsbedingte Kündigungen von bis zu 1100 Kollegen.

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Entsprechende Verhandlungen für Sozialplan und Interessensausgleich hat Lufthansa nach eigenen Angaben mit den Betriebsräten bereits eingeleitet.

Bislang hatten sich VC und Unternehmen nur auf einen kurzfristigen Sanierungs-Tarifvertrag verständigt, der laut der Gewerkschaft bereits im laufenden Jahr rund 150 Millionen Euro eingespart hat.

Unter anderem wurden Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld und Zuschüsse zu den Betriebsrenten sowie eine Tarifsteigerung gestrichen.

Gehälter auf bis zu 50 Prozent verringert

"Die in diesem Frühjahr vereinbarten und nun zusätzlich angebotenen Zugeständnisse belaufen sich auf einen Wert von insgesamt über 600 Millionen Euro. Dies entspricht gegenüber der Vorkrisenzeit Gehaltsreduzierungen von bis zu 50 Prozent. Die Piloten gehen hiermit an ihre finanzielle Belastungsgrenze, um dem Unternehmen zu helfen", sagte VC-Präsident Markus Wahl.

Die Lufthansa wurde wie die gesamte Branche von der Corona-Pandemie hart getroffen. Nach drei Quartalen hat sie bereits einen Verlust von 5,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Nachricht von dem Impfstoff hatte allerdings den Aktienkurs beflügelt und es zudem der Gesellschaft erleichtert, sich am Kapitalmarkt frisches Geld zu besorgen.

Mit den Gewerkschaften will der MDax-Konzern langfristige Sanierungsverträge abschließen.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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