Lufthansa bringt weltgrößtes Passagier-Flugzeug zurück, aber es gibt einen Haken!

Frankfurt - Der Airbus A380 werde nicht mehr zurückkommen, kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr (55) während der Corona-Pandemie oft und deutlich an. Doch jetzt gibt's die Kehrtwende.

Bei der Lufthansa galten die Airbus A380 als ausgestorben. Die Airline wollte die Maschinen loswerden. Doch jetzt sollen sie wieder fliegen.
Bei der Lufthansa galten die Airbus A380 als ausgestorben. Die Airline wollte die Maschinen loswerden. Doch jetzt sollen sie wieder fliegen.  © Max Patzig

Spohr sprach gern von einer definitiven Entscheidung. Der XXL-Flieger sei nicht wirtschaftlich, selten gut ausgelastet und auch ökologisch nicht mehr sinnvoll. Die deutsche Airline wollte sich deshalb neue Langstrecken-Jets anschaffen.

Doch die Boeing 777X-Lieferungen verzögern sich immer wieder. Jetzt fehlen dem Kranich große Flugzeuge. Denn nach der Pandemie ist die Reiselust auf aller Welt so groß, wie schon lange nicht mehr und der Platz in den Jets deshalb rar.

Am gestrigen Montag kündigte die Lufthansa deshalb überraschend die Rückkehr der A380-Maschinen in die Flotte an.

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"Ab dem Sommer 2023" setze die Airline "das bei Kunden und Crews beliebte Langstreckenflugzeug voraussichtlich wieder ein", hieß es in einer Mitteilung.

Von den ursprünglich 14 Riesen-Fliegern, sie bieten jeweils 509 Reisenden Platz, wurden seit der Einmottung aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen allerdings schon sechs verkauft. Jetzt hat die Lufthansa theoretisch noch acht zur Verfügung.

Lufthansa kauft 50 neue Langstrecken-Flugzeuge

Hebt bald wieder ab: Ein A380 der Lufthansa.
Hebt bald wieder ab: Ein A380 der Lufthansa.  © PR/Lufthansa

Wie viele von den acht doppelstöckigen Flugzeugen letztlich wieder eingesetzt werden, wurde aber nicht erklärt. Ebenso verlor der Konzern mit Sitz in Frankfurt am Main kein Wort darüber, auf welchen Strecken die weltgrößten Passagiermaschinen fliegen sollen.

Stattdessen führte die Lufthansa aus, dass sie kräftig investiert: In den kommenden drei Jahren sollen rund 50 neue Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A350, Boeing 787 und Boeing 777-9 sowie mehr als 60 neue Airbus A320/321 auf Kurz- und Mittelstrecken zum Einsatz kommen.

Die lange Zeit bis zur endgültigen Rückkehr begründet sich in der nun fehlenden Flugpraxis bei den Crews. Die Piloten müssten erst wieder an den Typ gewöhnt werden.

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Jetzt bleibt Flugzeug-Fans nur zu hoffen, dass die Nachfrage nach Langstrecken-Reisen bis dahin nicht wieder einbricht und Spohr erneut "definitive" A380-Absagen machen muss.

Titelfoto: Max Patzig

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