Nach Nerz-Tötung in Dänemark: Tierschützer wollen Anzeige erstatten

Kopenhagen - Nach der aus Coronavirus-Sorgen veranlassten Massenkeulung von Nerzen in Dänemark wollen Tierschützer Anzeige erstatten.

Dänemark, Naestved: Henrik Nordgaard Hansen schiebt einen Wagen mit toten Tieren einer Nerzherde.
Dänemark, Naestved: Henrik Nordgaard Hansen schiebt einen Wagen mit toten Tieren einer Nerzherde.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/dpa

Auslöser ist ein in sozialen Medien kursierendes Video, das zeigt, wie auf einer Nerzfarm in Nordjütland bei einer missglückten Tötung durch Beschäftigte der staatlichen Lebensmittelbehörde tote und noch lebende Tiere zusammengedrückt werden.

Man sei erschüttert über das Vorgehen, das nichts anderes als Tierquälerei darstelle, teilte die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse am Montag mit. 

Die Behörden müssten sicherstellen, dass das Keulen der Pelztiere auf korrekte Weise erfolge.

"Das sind völlig unzulässige Bilder, von denen wir Zeuge werden. Das ist herzzerreißend und darf einfach nicht passieren", erklärte die Leiterin der Abteilung Tierschutz bei der Organisation, Yvonne Johansen.

Auch wenn die Behörden in kurzer Zeit eine Vielzahl an Tötungen vornehmen müssten, müsse auf jedes einzelne Tier Rücksicht genommen werden. Die Polizei soll nun bei ihren Ermittlungen prüfen, wer für das falsche Vorgehen verantwortlich ist.

Die dänische Regierung hatte in der vergangenen Woche angeordnet, dass alle Nerze im Land getötet werden sollen - das sind etwa 15 bis 17 Millionen Pelztiere (TAG24 berichtete).

Dänemark, Naestved: Nerze schauen in einem Käfig durch die Gitter.
Dänemark, Naestved: Nerze schauen in einem Käfig durch die Gitter.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Grund dafür sind Sorgen über eine bei den Nerzen aufgetauchte Coronavirus-Mutation, die nach Behördenangaben negative Auswirkungen auf die Wirksamkeit künftiger Corona-Impfstoffe haben könnte.

Bei der Massenkeulung werden die Tiere nach Angaben von Dyrenes Beskyttelse ebenso vergast, wie wenn sie zu Pelzen verarbeitet würden.

Titelfoto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

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