Abschiebung aus USA: Rückkehr von deutschem Ex-KZ-Wachmann unklar

Washington/Meppen – Für die in den USA angeordnete Abschiebung eines früheren Wachmanns in einem KZ-Außenlager bei Meppen ist noch kein Zeitpunkt festgelegt. 

Ein Soldat der Bundeswehr steht am Volkstrauertag vor den Gedenkkränzen in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. 
Ein Soldat der Bundeswehr steht am Volkstrauertag vor den Gedenkkränzen in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.  © Markus Scholz/dpa

Bis Ende März kann der 94-Jährige noch gegen die Entscheidung vorgehen, wie es aus US-Behördenkreisen heißt. 

Der im US-Bundesstaat Tennessee ansässige Friedrich Karl B. soll die Vereinigten Staaten verlassen, weil er 1945 "freiwillig als bewaffneter Gefängniswächter in einem Konzentrationslager gedient" und damit das Vorgehen des Nazi-Regimes unterstützt, wie eine US-Richterin Anfang März erklärte.

Aus dem US-Justizministerium hieß es dazu, dass der Beschuldigte gestanden habe, als Wachmann in dem Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme Gefangene bewacht zu haben. 

Sollte es zu der Ausweisung kommen, scheint noch unklar, wohin genau der 94-Jährige muss. Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen erwartet derzeit eine 45-seitige Urteilsbegründung. 

Erst danach will sie entscheiden, ob das Verfahren an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet wird.

Häftlinge starben unter "unmenschlichen Bedingungen"

Ein rekonstruierter Stacheldrahtzaun vor einer ehemaligen Häftlingsunterbringung auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte.
Ein rekonstruierter Stacheldrahtzaun vor einer ehemaligen Häftlingsunterbringung auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte.  © Christian Charisius/dpa

Wie die Behörde in Baden-Württemberg mitteilte, hatte sie K. 2016 ermittelt und die dort zuständigen Ämter informiert.

In dem Außenlager seien unter anderem Juden, Polen, Russen, Dänen, Niederländer, Franzosen und politische Gefangene inhaftiert gewesen, hieß es aus US-Justizministerium. 

Sie seien im Winter 1945 unter "grauenhaften" Bedingungen interniert gewesen und hätten "bis zur Erschöpfung und zum Tod" arbeiten müssen.

Der Deutsche habe die Häftlinge im März 1945 auch nach der Auflösung des Außenlagers während des Marsches nach Neuengamme bewacht. 

Dabei seien "unter unmenschlichen Bedingungen" rund 70 Häftlinge ums Leben gekommen.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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