Rechtsextremismus ist in Erfurt weiterhin ein Problem

Erfurt – Auch nach dem erwarteten Auszug eines rechtsextremen Vereins aus einem Gebäude im Erfurter Stadtteil Herrenberg wird Rechtsextremismus nach Meinung eines Linke-Abgeordneten dort weiterhin ein Problem bleiben.

Ein Blick auf den Herrenberg.
Ein Blick auf den Herrenberg.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Es ist klar, dass diese Leute weiter auf der Suche nach Räumlichkeiten hier sein werden", sagte der Linke-Landtagsabgeordnete André Blechschmidt am Mittwoch in Erfurt auf einer Kundgebung vor der Immobilie.

Neben den Bürgern müssten deshalb auch Unternehmen in dem Stadtteil sehr vorsichtig sein, an wen sie neue Räumlichkeiten vermieteten.

Rechtsextreme würden nicht verschwinden, nur weil sie dort in Zukunft vielleicht über keine Räume mehr verfügten, meint der direkt gewählte Abgeordnete Blechschmidt, dessen Wahlkreis in dem Stadtteil liegt.

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"Selbst wenn wir sie aus dem öffentlichen Erscheinungsbild drängen, sind sie ja nicht weg."

Rechte müssen nach Gerichtsbeschluss ausziehen

Der Herrenberg gehört zu André Blechschmidts Wahlkreis.
Der Herrenberg gehört zu André Blechschmidts Wahlkreis.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Auf der Kundgebung entrollten etwa zehn Demonstranten ein Transparent mit der Aufschrift "Und Tschüss!". Die Rechtsextremen müssen die Immobilie zum Monatsende nach einem Gerichtsbeschluss räumen.

Am Herrenberg waren im August drei Männer aus Guinea mutmaßlich von Rechtsextremen attackiert worden.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den Hintergründen der Tat dauern noch an.

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Nach der Attacke hatten unter anderem mehrere Landes- und Kommunalpolitiker, aber auch Opferschutzverbände immer wieder erklärt, in dem Stadtteil herrsche seit Jahren ein Klima der Angst vor rechtsextremen Übergriffen.

Konzerte und Kampfsport

Die Linke-Bundestagsabgeordnete Martina Renner sagte auf der Kundgebung, die Immobilie am Herrenberg unterstreiche, dass Räumlichkeiten in der Hand von Rechtsextremen ganz wesentliche Stützpunkte für die Szene seien.

Rechtsextreme würden sich dort nicht nur treffen, sondern auch Konzerte veranstalten und teilweise sogar Kampfsport machen.

"Thüringen hat eine besondere Verantwortung, entschlossen und konsequent, der extremen Rechten solche Orte streitig zu machen, weil wir ein Schwerpunkt der Szene sind."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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