Neue "NSU 2.0"-Drohmails gegen prominente Frauen eingegangen

Frankfurt/Main - Die Serie der Drohmails gegen Politikerinnen und andere Frauen des öffentlichen Lebens reißt nicht ab.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU, l.) und Hanspeter Mener, der als Sonderermittler die Ermittlungen zu den "NSU 2.0"-Drohmails in Hessen führt.
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU, l.) und Hanspeter Mener, der als Sonderermittler die Ermittlungen zu den "NSU 2.0"-Drohmails in Hessen führt.  © dpa/Hessisches Innenministerium

Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft sind erneut mit "NSU 2.0" unterzeichnete Drohmails eingegangen, in denen den Linken-Politikerinnen Janine Wissler, Martina Renner und Anne Helm sowie der Kabarettistin Idil Baydar der Tod gewünscht wurde.

Sie seien "an einen größeren Empfängerkreis" gegangen und in ähnlicher Art abgefasst wie die vorangegangenen Drohschreiben, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Zuvor hatte "Hessenschau.de" darüber berichtet.

Auch fast zwei Jahre, nachdem die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz die erste Adressatin von Drohschreiben gegen sich und ihre Familie wurde, ist noch nicht bekannt, wer hinter den Schreiben steckt.

In den Fällen von Basay-Yildiz, Wissler und Baydar wurden persönliche Daten der Frauen von Polizeicomputern in Frankfurt und Wiesbaden abgefragt, ehe Drohschreiben verschickt wurden (TAG24 berichtete).

Am Dienstag schickte Innenminister Peter Beuth (CDU) Landespolizeipräsident Udo Münch in den einstweiligen Ruhestand (TAG24 berichtete).

Münch übernahm damit die Verantwortung für die späte Information der Ministeriums-Spitze über die Abfragen von Wisslers Daten.

Update, 17.35 Uhr: Drohschreiben auch an Redaktionen gegangen

Auch Redaktionen sind Medienberichten zufolge mit rechtsextremen Drohmails konfrontiert worden. Ein Schreiben ging demnach unter anderem an die Redaktion der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Es sei eine solche Mail eingegangen, teilte der Mainzer Fernsehsender am Donnerstag mit. "Die Ermittlungsbehörden wurden bereits darüber informiert." 

Betroffen ist den Berichten zufolge auch die Zeitung "taz". Ein Sprecher des Blattes berichtete von zwei Schreiben an die Redaktion. Zuletzt ging demnach vor wenigen Wochen eine Mail ein, in der unter anderem eine "taz"-Journalistin bedroht worden sei.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt bereits wegen mehreren Fällen von rechtsextremen Drohschreiben gegen Frauen. Einige der Mails waren mit "NSU 2.0" unterzeichnet. In drei Fällen waren zuvor persönliche Daten der Betroffenen von hessischen Polizeicomputern abgefragt worden.

Zu den neuen Mails machte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde keine Angaben.

Titelfoto: dpa/Hessisches Innenministerium

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