Innenministerium verlangt Aufklärung: Polizistin soll Rechtsextremist lieben

Hannover - Es ist ein großer Aufreger! In Hannover soll eine Polizei-Kommissarin, die als Diensthunde-Führerin arbeitet, mit einem Rechtsextremisten liiert sein.

Eine Polizei-Kommissarin aus Hannover soll mit einem bekannten Rechtsextremisten zusammen sein. (Symbolbild)
Eine Polizei-Kommissarin aus Hannover soll mit einem bekannten Rechtsextremisten zusammen sein. (Symbolbild)  © DPA

Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete, habe es im August 2021 durch die Polizeidirektion Hannover nach einem Hinweis auf die Beziehung eine Prüfung gegeben. Ein Ministeriumssprecher erklärte, dass nach Abschluss der Prüfung entschieden worden sei, "dass kein Fehlverhalten der Kollegin vorlag".

Öffentlich wurde die Liebe in einem Internet-Beitrag der Gruppierung "Recherche Kollektiv Ostwestfalen", wie die "Bild" schrieb. Demnach sei der Rechtsextremist seit Jahren in der Neonazi-Szene rund um die "Mindener Jungs" unterwegs.

Zwischen 2010 und 2018, so wurde in dem Bericht geschrieben, gab es gegen den Mann mehrere polizeiliche und staatsschutzrelevante Erkenntnisse, unter anderem wegen Volksverhetzung und räuberischer Erpressung.

Pinkel-Nazi schändet sowjetisches Ehrenmal in Werneuchen
Rechtsextremismus Pinkel-Nazi schändet sowjetisches Ehrenmal in Werneuchen

Laut "Bild" hat der Rechtsextremist an keinem Aussteigerprogramm in Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Im Gegenteil: Die Sicherheitsbehörden gehen noch immer davon aus, dass er Kontakt in die Szene hat.

Polizisten mussten ihren Posten als Diensthundeführerin abgeben

Zudem soll er auf seinem Instagram-Profil zuletzt mit einem Shirt des Neonazi-Musiklabels "OPOS Records" posiert haben. "Rechtsextremistische Musik, wie sie von OPOS Records vertrieben wird, gilt als wichtiges identitätsstiftendes Element für die Szene", erklärte eine Sprecherin des brandenburgischen Innenministeriums auf Bild-Nachfrage.

Für die Polizistin hatten die Untersuchungen bereits erste Konsequenzen. Den Instagram-Account der Polizei, den sie im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit betrieb, wurde eingestellt. "Dieser Account wurde mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres gesperrt", teilte das Innenministerium vor einer Woche mit.

Außerdem wurde sie von ihrem Polizeidienst als Diensthundeführerin freigestellt. Die endgültige Prüfung der Untersuchung, die das Innenministerium anberaumt hatte, sei aber noch nicht abgeschlossen.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Rechtsextremismus: