"Deutliches Warnsignal": Polizei verzeichnet mehr rechte Gewalt

Hannover - Die Polizei in Niedersachsen hat im vergangenen Jahr deutlich weniger politisch motivierte Straftaten registriert.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius spricht bei einer Pressekonferenz.
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius spricht bei einer Pressekonferenz.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild Pool/dpa

Die Zahl der Fälle ging von 3683 auf 3286 zurück, wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag in Hannover bekannt gab.

Polizeipräsident Axel Brockmann führte den Rückgang maßgeblich auf die Corona-Pandemie zurück. "Auch wenn man nach den vielen Berichten über Demonstrationen einen anderen Eindruck haben könnte, haben wir es in der Pandemie mit einem vergleichsweise reduzierten und friedlicheren Versammlungsgeschehen zu tun", sagte er.

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Allerdings lag der Wert noch leicht über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. Etwa die Hälfte der Fälle wurde dem politisch rechten Spektrum zugeordnet.

Die politischen Gewalttaten erreichten mit 161 den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Allerdings stieg die Zahl rechter Gewalttaten (68) erstmals in dem Zeitraum über die Fallzahl linker Gewalt (58).

Pistorius zufolge wurden zudem zwei rechtsterroristische Angriffe verhindert.

"Das ist ein deutliches Warnsignal und Beleg für die große Gefahr, die von Rechtsextremisten ausgeht", sagte er.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild Pool/dpa

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