Sprengstoff-Anschlag auf rechte Szenekneipe: CDU will Thema im Landtag besprechen

Eisenach/Erfurt - Der Sprengstoffanschlag in Eisenach soll nach dem Willen der Thüringer CDU-Fraktion im Innenausschuss des Landtages besprochen werden.

Polizisten untersuchen das Wohnhaus mit der Kneipe "Bulls Eye", in dem es zu einer Explosion gekommen war. Die Ermittler von einem politischen Hintergrund aus.
Polizisten untersuchen das Wohnhaus mit der Kneipe "Bulls Eye", in dem es zu einer Explosion gekommen war. Die Ermittler von einem politischen Hintergrund aus.  © Michael Reichel/dpa

"Das Sprengstoff-Attentat in Eisenach stellt eine neue Eskalationsstufe dar", erklärte der CDU-Innenpolitiker Raymond Walk (58) am Mittwoch. Menschenleben in einem Mehrfamilienhaus seien durch die Tat gefährdet worden.

Walk forderte die Landesregierung auf, den Ausschuss über die bisherigen Erkenntnisse zu den Hintergründen der Tat zu informieren. Am Montag war es in Eisenach in einem Wohn- und Gasthaus zu einer Explosion gekommen.

Verletzt wurde dabei niemand. Die Ermittler gehen bislang von einem politischen Hintergrund der Tat aus - unter anderem, weil es sich bei dem Haus um die von Rechtsextremen gern besuchte Szenekneipe Bulls Eye handelt.

Darüber hinaus wurde an der Fassade des Gebäudes der Schriftzug "Fight Nazis Everyday" (Zu Deutsch: Bekämpfe Nazis jeden Tag) angebracht (TAG24 berichtete).

Walk sieht Anzeichen von Linksterrorismus

"Gewalt kann nie und unter keinen Umständen legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung sein", sagte Walk.

Der 58-Jährige sehe im aktuellen Fall Anzeichen von Linksterrorismus und forderte, dass ein aktualisiertes Handlungskonzept im Kampf gegen politisch motivierte Kriminalität für die Sicherheitsbehörden erarbeitet und dem Landtag vorgelegt wird.

Bereits im Oktober 2019 hatte es dort einen Anschlag auf den Inhaber sowie die Besucher des Hauses gegeben, bei dem die Angegriffenen mit Schlagstöcken, Reizstoffsprühgeräten und Faustschlägen traktiert und verletzt worden waren.

Die Kriminalpolizei Gotha und das Thüringer Landeskriminalamt (TLKA) ermitteln.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa

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