Pegida trotz Corona: Nur 15 Teilnehmer durften kommen

Dresden - Sie sind wieder da! Nach wochenlanger Zwangspause sammelten sich gestern Pegidisten wieder zum Montagstreffen.

Geredet wurde trotz der wenigen Zuhörer.
Geredet wurde trotz der wenigen Zuhörer.  © Tino Plunert

Allerdings unter strengsten Auflagen: Nur 15 Teilnehmer der ausländer- und islamfeindlichen Gruppierung durften sich am Montag für eine halbe Stunde auf dem Neumarkt versammeln - streng kontrolliert von einem enormen Polizeiaufgebot.

Dass die Gesundheitsbehörde selbst dazu die Genehmigung erteilte, traf in Dresden in breiten Kreisen auf Unverständnis bis hin zu Empörung.

Semperoper-Intendant Peter Theiler (63) etwa zeigte sich "entsetzt über die Signalwirkung der genehmigten Pegida-Demonstration".

Pikant: Der gestrige Montag war 20. April, von Nazis gerne als "Führers Geburtstag" gefeiert. Auch die Sorge um die Volksgesundheit hielt die Rechtspopulisten offenbar nicht ab.

SPD-Fraktionssprecherin Dana Frohwieser (43) dazu: "Herr Bachmann und seine Gefolgsleute setzen die potentiell Teilnehmenden, aber auch deren Kontaktpersonen einem enormen Risiko für ihre eigene Gesundheit aus."

Trotz aller Kritik am Rathaus: Zu verhindern wäre die Pegida-Demo kaum gewesen. In Chemnitz wollte das Rathaus gestern eine rechtsgerichtete Demo von "Pro Chemnitz" untersagen - und scheiterte vor Gericht. Immerhin: Die Juristen begrenzten die Kundgebung auf 15 Teilnehmer.

Dresden zog kurzfristig nach und setzte die Grenze bei 15 Teilnehmern (ursprünglich 80). "Diese Regelung erscheint mir in der jetzigen Situation wesentlich angemessener", so OB Dirk Hilbert (48, FDP).

Im abgesperrten Bereich vor der Frauenkirche konnten die 15 Pegidisten genug Abstand halten.
Im abgesperrten Bereich vor der Frauenkirche konnten die 15 Pegidisten genug Abstand halten.  © Tino Plunert
Kleine Demo, wenig Zuhörer.
Kleine Demo, wenig Zuhörer.  © dpa/Sebastian Kahnert
Mehr Polizei als Demonstranten. Für die Beamten gab es wenig zu tun.
Mehr Polizei als Demonstranten. Für die Beamten gab es wenig zu tun.  © Steffen Füssel

Die Polizei setzte diese Schranke gestern mit einem massiven Polizeiaufgebot durch. Sprecher Thomas Geithner (46): "Wir mussten einzelne Demonstrationsteilnehmer abweisen."

Viel hatte Pegida ohnehin nicht zu vermelden. Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei.

Titelfoto: Tino Plunert

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