Nach geplatztem Jahrestag: Auftakt der Pegida-Feierwoche schon nach einer Stunde vorbei!

Dresden - So wirklich feierlich war die Pegida-Kundgebung am Montagabend nicht: Lutz Bachmann (47) hatte vorher per Videobotschaft geradezu gefleht, auf den Dresdner Altmarkt zu kommen. 

Lutz Bachmann (47) spricht inzwischen seit sechs Jahren für Pegida.
Lutz Bachmann (47) spricht inzwischen seit sechs Jahren für Pegida.  © Tino Plunert

Trotzdem blieb es beim harten Kern von knapp 1000 Teilnehmern. Diese erlebten dann im Nieselregen eine der kürzesten Kundgebung der sechsjährigen Geschichte. 

Jahrestag abgeblasen, dafür dann eine Feierwoche der Fremdenfeinde: So hatte es sich Pegida vorgestellt, doch der Auftakt dazu sah dann doch etwas anders aus. 

Statt Gästen sprach diesmal nur das Orga-Team selbst. Wolfgang Taufkirch, Siegfried Däbritz (45) und Lutz Bachmann arbeiteten sich im Wesentlichen an den Kundgebungen von "Herz statt Hetze" und "Demokratie braucht Rückgrat" ab, wollten außerdem den wohl durch einen Dschihadisten begangenen Mord an Thomas L. (†55) für sich ausschlachten. 

Tatsächlich meinte der vom sächsischen Verfassungsschutz als Rechtsextremist geführte Bachmann, dass hinter Pegida die "Mehrheit der vernünftig denkenden konservativ-bürgerlichen Mitte" stehen würde. 

Teilnehmer der Pegida-Demonstration stehen mit Corona-Abstand auf dem Altmarkt.
Teilnehmer der Pegida-Demonstration stehen mit Corona-Abstand auf dem Altmarkt.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

In der Menge auf dem Dresdner Altmarkt verzichteten viele auf Corona-Schutzmaßnahmen

Ein Mitglied des Satire-Trupps der "Partei" kam als Geburtstagstorte zu den Protesten gegen Pegida.
Ein Mitglied des Satire-Trupps der "Partei" kam als Geburtstagstorte zu den Protesten gegen Pegida.  © Tino Plunert

Nach einer Stunde wurde auch schon die Hymne gespielt und Pegida beendet. Auch knapp 200 Pegida-Gegner der Bündnisse "Hope - Fight racism", "Nationalismus raus aus den Köpfen" und des Satire-Trupps der "Partei" hatten sich ebenso am Altmarkt eingefunden.

Letztere in Form einer Geburtstagstorte für den geplatzten Jahrestag. Für die Polizei gab es nicht viel zu tun, bis zum Abend blieb alles friedlich. 

Am Rande der Pegida-Kundgebungen wiesen die Beamten Maskenmuffel auf die Pflicht hin, im Inneren der Menge verzichteten aber viele auf den vorgeschriebenen Mundnasenschutz.

Rund 390 Beamte waren vor Ort, da im Vorfeld auch von einem Aufzug die Rede war. Dieser blieb allerdings wegen der Corona-Pandemie aus.

Am Dienstag will Pegida wieder eine Jahrtestagskundgebung abhalten, diesmal vor dem Hauptbahnhof.

Titelfoto: Tino Plunert

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