Pegida-Chef Lutz Bachmann stellt Antrag für AfD-Aufnahme

Dresden - Während die AfD gerade mit internen Machtkämpfen beschäftigt ist, plant PEGIDA-Chef Lutz Bachmann nun, der Partei beizutreten.

Lutz Bachmann nahm in der Vergangenheit bereits an Demonstrationen der AfD teil, wie hier am Thüringer Landtag im März diesen Jahres.
Lutz Bachmann nahm in der Vergangenheit bereits an Demonstrationen der AfD teil, wie hier am Thüringer Landtag im März diesen Jahres.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Auf Facebook veröffentlichte der PEGIDA-Gründer in der Nacht zu Freitag einen ausgefüllten Online-Aufnahmeantrag für die sächsische AfD.

Nun muss dieser vom sächsischen Landesverband der Partei geprüft werden.

Jedoch dürfte die Aufnahme für Bachmann schwieriger als gedacht verlaufen:

Selbst wenn die sächsische AfD seinen Beitritt genehmigt, hat der Bundesvorstand immer noch ein Veto-Recht.

Laut dem Dresdner AfD-Kreisvorsitzenden André Wendt sei bisher allerdings kein solches Formular von Bachmann an die Partei weitergereicht worden, sagte er gegenüber RND.

Für den Parteieintritt würde Bachmann sogar seinen Posten als PEGIDA-Vorsitz niederlegen: "Wenn es dafür notwendig ist, als Vorsitzender von Pegida zurückzutreten, werde ich es tun und in Zukunft als Gastredner – das Recht habe ich ja wohl – auftreten." 

Für ihn sei die AfD "eine Partei der Basisdemokratie."

Verhältnis zwischen PEGIDA und AfD angespannt

AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen hält eine Aufnahme Bachmanns in seine Partei für ausgeschlossen.
AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen hält eine Aufnahme Bachmanns in seine Partei für ausgeschlossen.  © Paul Zinken/dpa

Dies dürfte allerdings deutlich schwieriger sein, als Bachmann sich das vorstellt.

Das Verhältnis zwischen PEGIDA und AfD gilt seit jeher als konfliktbehaftet.

Der sächsische Parteiflügel lehnte eine Zusammenarbeit mit dem Verweis auf Bachmanns Vorstrafenregister bisher ab.

Dennoch traten immer wieder AfD-Politiker wie der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke oder Sachsens AfD-Vorstand Jörg Urban auf Veranstaltungen der fremdenfeindlichen Bewegung auf.

Ein Sprecher der AfD Sachsen gab gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bekannt, dass jeder - auch Bachmann - das Recht habe, einen solchen Antrag zu stellen.

Der zuständige Kreisverband wird dann in einem Gespräch über den Eintritt in die Partei beraten: "Sollte darüber Uneinigkeit herrschen, wird die Aufnahme im AfD-Landesvorstand Sachsen besprochen und schlussendlich entschieden."

Dagegen hält AfD-Chef Jörg Meuthen einen Beitritt Bachmanns in die Partei für unrealistisch: "Ich kann Beschlüssen des BuVo nicht vorgreifen. Ich weiß allerdings, wie ich votieren werde, sollte es tatsächlich dazu kommen. Und ich glaube nicht, dass eine Mehrheit des Bundesvorstands da anders votierte."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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