PEGIDA sagt Geburtstagsfeier ab: Bachmann plant ganze Demo-Woche

Dresden – Nichts mit 6. Geburtstag: Das islam- und fremdenfeindliche Bündnis PEGIDA sagt seinen Dresdner Aufzug am 25. Oktober ab. 

Lutz Bachmann während einer Kundgebung im August auf dem Neumarkt.
Lutz Bachmann während einer Kundgebung im August auf dem Neumarkt.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Als Ersatz gibt es eine ganze Protestwoche. "Wir werden die Geburtstagsfeier verschieben", kündigte PEGIDA-Gründer Lutz Bachmann (47) in seinem Video-Blog an. Am Freitag war bekannt geworden, dass PEGIDA statt wie gewünscht auf Plätzen oder Flächen in der Innenstadt am 25.10. auf die Cockerwiese ausweichen sollte. 

Grund sind die strengen Versammlungs-Auflagen wegen Corona. Bachmann zufolge hätten zum Beispiel am Königsufer nur 2000 PEGIDA-Anhänger Platz gefunden. Statt der Dresdner Feier am Sonntag wollen Bachmann & Co. eine ganze Woche lang "Nadelstiche setzen", wie er im Blog ergänzt. 

Zu Dienstagabend sei dafür eine Demo auf dem Dresdner Neumarkt angezeigt, am Mittwoch will PEGIDA um 17 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof auftauchen, am Donnerstag und Freitag jeweils in Meißen und Radebeul, wobei noch nicht feststeht, an welchem Tag Radebeul und an welchem Meißen Kulisse sein wird. Für das Wochenende 24. und 25. will der Trupp um Bachmann nach Nürnberg und München reisen.

Zur Absage für den 25. Oktober in Dresden meldete sich unterdessen die Politik zu Wort: Holger Hase, Stadtrat und Vorsitzender der FDP Dresden und Markus Reichel, CDU-Kreisvorsitzender erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung: 

"Pegida hat erstmals nach großer Ankündigung aufgegeben. Der Rückzug von Hass und Hetze ist eine sehr gute Nachricht für unsere Stadt. Es zeigt, was uns gelingen kann, wenn alle Teile der demokratischen Bürgerschaft zusammenstehen und an einem Strang ziehen", so Reichel. 

Laut FDP-Politiker Hase sieht Abgesang von PEGIDA

PEGIDA plant eine ganze Protestwoche.
PEGIDA plant eine ganze Protestwoche.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Ob die Ankündigung Bachmanns, eine Woche lang Versammlungen in Dresden und im Umland zu organisieren, zustande kommt, ist mehr als fraglich. Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit haben in Dresden keine Basis mehr, wir beobachten gerade den Abgesang dieser Bewegung", so Reichel weiter.

Hase sagte: "Wir sollten den Rückzug Pegidas nutzen, um am 25. Oktober für ein besseres Miteinander und für eine neue politische Kultur in unserer Stadt zu demonstrieren. Ich wünsche mir, dass wir nächsten Sonntag ein Bild von Dresden abgeben, auf das wir alle stolz sein können. Als Veranstalter sind wir uns angesichts der Pandemie unserer großen Verantwortung bewusst: Wir werden die Situation fortlaufend genau beobachten."

Und weiter: "Wir stehen im intensiven Austausch mit den verantwortlichen Behörden der Landeshauptstadt. Um der schwierigen Situation gerecht zu werden, haben wir bereits vor Wochen begonnen, ein Hygienekonzept für Demokratie braucht Rückgrat zu erarbeiten."

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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