Keine Themen, keine Gäste: Zweiter-Pegida-Aktionstag dauert keine Stunde

Dresden - Kulis, Beschimpfungen und wieder keine Gäste: Der zweite Tag der Pegida-Feierwoche zog noch weniger Anhänger der fremdenfeindlichen Bewegung auf den Wiener Platz.

Pegida-Anhänger stehen auf dem Wiener Platz.
Pegida-Anhänger stehen auf dem Wiener Platz.  © Holm Helis

Wieder gab es hier nur Wolfgang Taufkirch, Siegfried Däbritz (45) und Lutz Bachmann (47) zu hören. Diese hatten allerdings ihr Pulver schon am Montag verschossen

Worüber soll man auf der zweiten Kundgebung in Folge nur reden? Diese Frage stellten sich die drei Pegida-Köpfe wohl am Dienstagabend. Viel Neues fiel ihnen allerdings dabei nicht ein. 

Däbritz erzählte nochmal die Geschichte seines FDP-Austritts, Bachmann betonte wiederholt, wie wichtig Pegida doch sei. 

All das mussten sich die Kundgebungsteilnehmer diesmal in schlechterer Qualität anhören, da Pegida auf ein kleineres Boxensystem als normalerweise zurückgriff. So waren die Sprechchöre der rund 150 Gegendemonstranten auch bei Pegida noch gut zu hören. 

Da den drei Rednern dann keine Themen mehr einfielen, kam ihnen die Idee das Publikum Fragen stellen zu lassen. Das nutze einer prompt und thematisierte die geplante Kranzniederlegung des Integrations- und Ausländerbeirats der Stadt Dresden. Anlass ist der Mord an einem 55-Jährigen Anfang Oktober.  

"Ich hasse diese Viecher, die Ratten!", beleidigte der Redner das Gremium. 

Video zeigt den beleidigenden Pegida-Zwischenrufer

Rund 150 Menschen kamen zur Gegendemonstration.
Rund 150 Menschen kamen zur Gegendemonstration.  © Holm Helis

Danach gab es erstmal keine Publikumsfragen mehr. Dafür aber Kugelschreiber als Geschenk für die Teilnehmer, da die Bewegung ja eigentlich ihren 6. Jahrestag feiern wollte. 

Am Ende durfte mit Sebastian A. nochmal ein Stammteilnehmer lokaler Neonazi-Demos ein paar Worte an die Menge richten, dann begnügten sich die Pegida-Fans damit Pressevertreter anzuschreien. 

Insgesamt blieb die Lage aber friedlich, die Polizei wies sporadisch Demonstranten daraufhin, die Maske ordentlich zu tragen. 

Im Gegensatz zu Montag hatte diesmal die überwiegende Mehrheit den vorgeschriebenen Schutz dabei, allerdings verzichteten viele darauf die Nase zu bedecken. 

Am Mittwoch will Pegida zum dritten Mal eine Kundgebung abhalten.

Titelfoto: Holm Helis

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