Besucher im Nationalpark Eifel auf Abwegen: Autos im Parkverbot, Gemeinde zieht Konsequenzen

Schleiden-Gemünd - Weiße Schneeflocken haben Tausende Besucher in den vergangenen Tagen in die Eifel gelockt. Wegen der Corona-Pandemie und der geltenden Reisebeschränkungen zieht es noch mehr Menschen als üblich in den Nationalpark Eifel. Doch nicht alle Besucher halten sich an die Regeln in dem Naturschutzgebiet.

Hellenthal: Besucher im Skigebiet "Weißer Stein" in der Eifel stehen vor einem Bauzaun, der die Zufahrt eines Parkplatzes sperrt.
Hellenthal: Besucher im Skigebiet "Weißer Stein" in der Eifel stehen vor einem Bauzaun, der die Zufahrt eines Parkplatzes sperrt.  © Henning Kaiser/dpa

"Der Nationalpark Eifel zieht in diesen Tagen besonders viele Menschen an. Viele suchen Erholung und verhalten sich rücksichtsvoll - andere parken an den unmöglichsten Stellen und nehmen die Ge- und Verbote eines Nationalparks nicht ernst. Dafür haben wir kein Verständnis und ahnden solche Verstöße", schreiben die Mitarbeiter des Nationalparks Eifel aktuell auf ihrer Facebook-Seite.

Dazu haben sie ein beispielhaftes Foto gepostet. Eine lange Schlange von Autofahrern, die ihre Fahrzeuge mitten im Parkverbot abgestellt haben.

Nach den hohen Besuchszahlen hatten einige Gemeinden in der Eifel bereits Parkplätze gesperrt und Besucher gebeten, zu Hause zu bleiben.

Doch nicht alle Menschen halten sich an die Regeln, die beispielsweise im Nationalpark Eifel gelten.

"Diese Regeln ermöglichen es, dass sich Naturschutz und Naturerlebnis nicht ausschließen. So zum Beispiel das im Nationalpark grundsätzlich geltende Wegegebot und die Pflicht, Hunde an der Leine zu führen." Auch Wildtiere sollen so geschützt werden, da sie mit Schnee auf dem Boden deutlich schwerer an Futter gelangen.

Im Nationalpark Eifel sollten Fußgänger schon aus eigener Sicherheit auf den Wegen bleiben: Teile des Areals wurden als Militärgebiet genutzt, waren Schlachtfelder im Zweiten Weltkrieg und stecken voller gefährlicher Munitionsreste. Besonders gefährlich sind einige Gebiete, in denen sogar Minen liegen.

Eifel-Gemeinde Hellenthal sperrt Parkplätze

Besucher im verschneiten Gebiet "Weißer Stein" in der Eifel. Am Sonntag wurden Parkplätze für Besucher gesperrt.
Besucher im verschneiten Gebiet "Weißer Stein" in der Eifel. Am Sonntag wurden Parkplätze für Besucher gesperrt.  © Henning Kaiser/dpa

Die verschneite Eifel-Gemeinde Hellenthal zog am Montag bereits die Konsequenzen für Besucher.

Fünf Parkplätze in den beliebten Ausflugsgebieten rund um Hellenthal wurden gesperrt.

Am Wochenende hatten Tausende Besucher ein Verkehrschaos wie in Winterberg verursacht.

Parkplätze waren überfüllt, Autos wurden auf einer Länge von mehr als vier Kilometern wild an Bundes- und Landstraßen geparkt.

Das Schneetelefon der 8000-Einwohner-Gemeinde wies am Montag auf die geschlossenen Parkplätze, Kontrollen und mögliche Strafen hin.

Update, 13.25 Uhr: Ausblick auf Wochenende in der Eifel

Mit Blick auf das kommende Wochenende wollen sich die Bürgermeister von Hellenthal und der benachbarten Orte im Kreis Euskirchen absprechen, sagte der Sprecher.

Auch die Nachbargemeinden hatten unter dem Ansturm gelitten. Da es coronabedingt keine Angebote gab, wurden teils Gärten als Toilette benutzt und Autos wild am Straßenrand und auf Wiesen geparkt.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

Mehr zum Thema Reisen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0