Billig ans Meer und in die Berge: So klappt’s mit dem günstigen Reisen in Zeiten der Inflation

Deutschland - Entweder allein, mit dem Partner oder ganz in Familie: Du willst im Sommer unbedingt verreisen und endlich wieder Sonne tanken - trotz Inflationssorgen, Corona-Ängsten und Ukraine-Krieg? Hier gibt's die besten Tipps für Sparfüchse.

Reisen ohne Reue: Gestiegene Energie- und Lebensmittelkosten schmälern das Budget für Urlaubsreisen in den Sommerferien. Mit unseren Tipps wird's billiger.
Reisen ohne Reue: Gestiegene Energie- und Lebensmittelkosten schmälern das Budget für Urlaubsreisen in den Sommerferien. Mit unseren Tipps wird's billiger.  © imago/Westend61

"Mit Blick auf die Sommerferien sind vor allem die Destinationen rund um das Mittelmeer wie Griechenland oder Spanien mit den Balearen sehr gefragt, aber auch Ägypten, die Karibik sowie der Indische Ozean mit Mauritius und den Malediven liegen im Trend", sagt Ralph Schiller, Vorstandsvorsitzenden der FTI Group. Preissensiblen Kunden empfiehlt er Ägypten.

In europäischen Urlaubsländern ist das Preisniveau in Restaurants und Hotels in Italien am höchsten, lag aber immer noch um drei Prozent unter dem in Deutschland. Trotzdem liegt Urlaub im eigenen Land im Trend

Nur Freunde der Ostsee müssen ganz tapfer sein. "Wer günstig verreisen will, sollte sich von einem Ostsee-Urlaub gleich ganz verabschieden", sagt Urlaubsberater Nick Uhlig (20) vom Reisebüro Sonnenklar im Chemnitz Center. "Bestenfalls an der polnischen Ostseeküste geht noch etwas."

Zug vs. Flieger: Eine Reise über Nacht von Halle nach Paris
Reisen Zug vs. Flieger: Eine Reise über Nacht von Halle nach Paris

Uhlig lenkt Ostsee-Fans, die in Deutschland bleiben wollen, jetzt zu Bayern-Zielen um. Ferien mit See wird generell schwer. Sogar am Gardasee wird's langsam eng und teuer.

"Mittelmeerziele im Fokus": FTI-Vorstandsvorsitzender Ralph Schiller.
"Mittelmeerziele im Fokus": FTI-Vorstandsvorsitzender Ralph Schiller.  © PR/FTI Touristik

Urlaub an der Ostsee? Unerschwinglich meint der Experte

"Preise für Fernreisen haben sich von Januar bis Mai von 1700 auf 3100 Euro gesteigert": Reiseberater Nick Uhlig (20) vom Reisebüro Sonnenklar im Chemnitz Center.
"Preise für Fernreisen haben sich von Januar bis Mai von 1700 auf 3100 Euro gesteigert": Reiseberater Nick Uhlig (20) vom Reisebüro Sonnenklar im Chemnitz Center.  © Uwe Meinhold

Mallorca kann sich im Sommer richtig lohnen

Karsten Eckart (57) vom TUI-ReiseCenter in Dresden erklärt, dass Urlaub in Mallorca sogar noch günstiger geworden ist.
Karsten Eckart (57) vom TUI-ReiseCenter in Dresden erklärt, dass Urlaub in Mallorca sogar noch günstiger geworden ist.  © PR

Vom Airport Dresden aus erreicht man die griechischen Inseln Rhodos, Korfu, Kreta und Kos im Direktflug. Aber auch Mallorca. Was ist diesen Sommer der bessere Preistipp?

"Während Urlaub auf den griechischen Inseln teurer geworden ist, kommt man nach Mallorca sogar günstiger als noch im vergangenen Jahr", weiß Karsten Eckart (57), Inhaber vom TUI-ReiseCenter am Schillerplatz in Dresden.

"Die Türkei ist jedoch längst nicht mehr so günstig, wie wir es lange gewohnt waren. Eine Woche All-inklusive-Urlaub in Antalya für um die 300 Euro gibt es definitiv nicht mehr." Dort müsse man jetzt etwa mit dem doppelten Preis kalkulieren.

Hier winken knapp 10.000 Euro für eine Woche Urlaub auf einer einsamen Insel
Reisen Hier winken knapp 10.000 Euro für eine Woche Urlaub auf einer einsamen Insel

Eckart rät: "Am besten sofort buchen, denn die Preise steigen stetig. Last-Minute-Angebote werden in diesem Jahr zudem knapp sein und garantiert nicht billiger." Und wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? "Auf der Mittelstrecke gibt es derzeit noch freie Plätze in den Ferienfliegern ab Dresden, Leipzig oder Berlin", verspricht Eckart.

Preistipp des Reiseberaters im Sommer 2022 ist Familienurlaub in Bulgarien. "Eine Woche nach Burgas am Sonnenstrand gibt's schon ab 650 Euro pro Person. Das Reiseziel am Schwarzen Meer wird ebenfalls direkt ab Dresden angeflogen."

Viele meiden dieses Jahr offenbar Urlaubsorte am Schwarzen Meer, haben wegen gefühlter Nähe zum Ukraine-Krieg auf andere Ferienziele umgeschwenkt. Mangelnde Nachfrage lässt jetzt auch in osteuropäischen Ländern wie Polen, Tschechien oder Ungarn die Preise purzeln.

Buchen statt warten: Wer jetzt noch ein Urlaubsbett finden will, muss sich langsam sputen.
Buchen statt warten: Wer jetzt noch ein Urlaubsbett finden will, muss sich langsam sputen.  © imago/Westend61

Mietwagen sind teuer wie nie

Laut Sunnycars-Chef Thorsten Lehmann (52) haben sich die Mietpreise mehr als verdoppelt.
Laut Sunnycars-Chef Thorsten Lehmann (52) haben sich die Mietpreise mehr als verdoppelt.  © PR/Sunny Cars GmbH

Wer es liebt, eine Ferieninsel mit dem Mietwagen zu erkunden muss sich in diesem Sommer auf ein teures Vergnügen einstellen.

"Kostete ein Mietwagen auf Mallorca 2019 eine Woche lang durchschnittlich 212 Euro, zahlt man jetzt für das gleiche Modell 440 Euro", sagt Thorsten Lehmann (52), der Geschäftsführer vom Mietwagen-Broker Sunnycars.de.

Sein Sommer-Tipp: So früh wie möglich buchen, wenn überhaupt noch Fahrzeuge verfügbar sind.

Im europäischen Vergleich sind Mietwagenraten auf dem spanischen Festland, in Litauen und Polen nicht so stark angestiegen wie anderswo.

Und Camper-Urlaub in den USA? Dieses Jahr ganz besonders teuer, denn dort verschärft der gestiegene Inlandstourismus den Preisdruck bei gleichzeitig geschrumpften Fahrzeugflotten zusätzlich.

Titelfoto: Montage: imago/Westend61, imago/Westend61

Mehr zum Thema Reisen: