Einreisestopp wegen Coronavirus: Lufthansa setzt sich über Trump-Entscheidung hinweg

Frankfurt am Main - Zahlreiche Reisende haben am Freitag vom Frankfurter Flughafen aus die letzte Möglichkeit genutzt, vor Beginn des Einreisestopps für Europäer noch in die USA zu starten. 

Fotomontage: US-Präsident Trump hatte einen Einreisestopp in die USA für Europäer beschlossen (Symbolbild).
Fotomontage: US-Präsident Trump hatte einen Einreisestopp in die USA für Europäer beschlossen (Symbolbild).  © Montage: Evan Vucci/AP/dpa, DPA/Boris Rössler

Der Flugverkehr selbst geht unterdessen weiter - wenn auch in geringerem Umfang. Die Lufthansa Group Airlines werde weiterhin Flüge aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien in die USA anbieten, kündigte das Unternehmen an. 

Flüge von Frankfurt nach Chicago und Newark (New York), von Zürich nach Chicago und Newark (New York), von Wien nach Chicago und von Brüssel nach Washington würden auch über den 14. März hinaus im Flugplan beibehalten.

Reisende, die am Freitag in die USA aufbrachen, berichteten von Umbuchungen in letzter Minute, um doch noch in den Urlaub reisen oder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können. Nicht alle hatten Verständnis für den Einreisestopp. 

"Das ist ein absurdes Reiseverbot", sagte ein Italiener, der in der kommenden Woche einen neuen Job im US-Bundesstaat Colorado antreten will und mit viel Mühe einen Platz in einem der letzten Flüge buchen konnte.

Ungeachtet von den US-Verbindungen sind die Auswirkungen von Flugstreichungen, Reiseplan-Änderungen und anderen Maßnahmen für den Frankfurter Flughafen enorm. "Solche Rückgänge in dieser Intensität und Dauer haben wir noch nicht erlebt", sagt Fraport-Chef Stefan Schulte angesichts der drastisch zusammengeschnurrten Passagierzahlen.

Reisende halten US-Entscheidung für "absurdes Verbot"

Aktuell sind es am größten deutschen Flughafen bereits 80.000 Menschen pro Tag weniger, ein Rückgang um 45 Prozent zum Vorjahreswert. Mit dem ausgedünnten US-Angebot in den nächsten Tagen - die Lufthansa hat mehr als 80 Prozent ihres US-Programms gestrichen - werde es in den Terminals noch leerer werden.

Man werde eher Teilabschnitte als ein ganzes Terminal schließen, sagt der Flughafenchef, der wegen der Flaute bis zu 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken will. Auf den Außenpositionen sind bereits an die 20 nicht benötigte Jets dauerhaft geparkt, weitere kommen demnächst hinzu. Rollwege oder Landebahnen würden zunächst nicht gesperrt.

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Titelfoto: Montage: Evan Vucci/AP/dpa, DPA/Boris Rössler

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