"Idiotisch": Ryanair hat eindeutige Meinung zu Corona-Schutzmaßnahmen!

Swords (Irland) - Die Corona-Schutzmaßnahmen kennt mittlerweile nahezu jeder in- und auswendig. 1,5 bis 2 Meter Mindestabstand zu anderen Menschen wird quasi zur Lebensaufgabe aller. Aber Ryanair findet's "idiotisch" und will deshalb keine Plätze frei halten.

Ryanair-Chef Michael O'Leary (59) während einer Pressekonferenz.
Ryanair-Chef Michael O'Leary (59) während einer Pressekonferenz.  © dpa/Jasper Jacobs/BELGA

Ab Juli will Ryanair-Chef Michael O'Leary (59) seine Flugzeuge wieder auf ausgewählten Strecken durch Europa schicken. Ab September sollen sogar 80 Prozent des Flugverkehrs von Vor-Corona-Zeiten durchgeführt werden, wenn es nach ihm geht.

Dass jedoch Plätze in den Maschinen bewusst freigehalten werden, findet O'Leary "idiotisch", wie er in einem Interview mit der "Financial Times" gesagt haben soll. 

Mit 66 Prozent Auslastung könne er kein Geld verdienen, zitiert ihn die britische Zeitung "The Sun" aus dem Interview.

Der Chef von Europas größter Billig-Fluglinie würde stattdessen lieber Schutzmasken verteilen und die Körpertemperatur der Reisenden messen, um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken.

Ryanair stellt die irische Regierung nun vor die Wahl: Entweder reichen diese Maßnahmen, die Regierung zahlt für die leeren Sitzplätze oder die Low-Cost-Airline hebt vorerst nicht ab.

Geld zurück gibt's auch nicht

Eine Boeing 737-8AS der irischen Fluggesellschaft Ryanair startet vom Flughafen Mallorca.
Eine Boeing 737-8AS der irischen Fluggesellschaft Ryanair startet vom Flughafen Mallorca.  © dpa/Clara Margais

Michael O'Leary erklärte weiterhin, das im Moment keine Tickets erstattet werden, die aufgrund der anhaltenden Pandemie storniert werden mussten.

Wie "The Sun" weiter berichtete, könne laut O'Leary kein Geld ausgezahlt werden, weil die Angestellten, die dafür zuständig sind, alle "zu Hause bleiben müssen".

Die Ryanair-Mitarbeiter könnten aus dem Home-Office jedoch Gutscheine ausstellen. Reisende könnten ihren Flug später nachholen und damit bezahlen. Wenn Ryanair-Kunden jedoch keinen Flug-Voucher als Entschädigung wollen, müssen sie sich gedulden, bis die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden und die Angestellten wieder ins Büro dürften.

O'Leary stelle sich weiterhin schon jetzt auf einen harten Preiskampf nach der Krise ein und denkt, seine Airline könne diesen gewinnen.

Ryanair ist bekannt für Dumping-Preise. Ob diese nach der Coronavirus-Pandemie weiter fallen werden, ließ Michael O'Leary offen.

Titelfoto: dpa/Clara Margais

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