Nach Winterberg-Chaos: Weiteres Wintersportgebiet riegelt sich für Besucher ab

Olpe – Aus Sorge vor neuen Besucherströmen auf schneebedeckten Ski- und Rodelpisten wird in Olpe am Wochenende ein weiteres NRW-Wintersportgebiet abgeriegelt.

Nach dem großen Andrang in den vergangenen Tagen ist die Polizei in NRW-Wintersportorten im Dauereinsatz.
Nach dem großen Andrang in den vergangenen Tagen ist die Polizei in NRW-Wintersportorten im Dauereinsatz.  © Henning Kaiser/dpa

Die Straßen um die Hänge am Fahlenscheid werden Samstag und Sonntag weiträumig für den Verkehr gesperrt, für die Pisten ist ein Betretungsverbot ausgesprochen, wie die Stadt Olpe und die Polizei am Mittwoch mitteilten.

Polizei und Ordnungsamt seien am Wochenende im Einsatz, um Zufahrtswege zu sperren, den Verkehr umzuleiten und Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. Falschparker würden notfalls abgeschleppt.

Diejenigen, die trotz aller Aufrufe nicht die Vernunft hätten, den Bereich rund um Fahlenscheid zu meiden, müssten mit Staus und Umwegen rechnen, warnte der Olper Bürgermeister Peter Weber (52, CDU).

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"Statt Wintervergnügen auf schneebedeckten Wiesen erwarten diese Menschen einige unerquickliche Stunden im Auto oder im schlimmsten Fall verkehrsrechtliche Konsequenzen und Bußgelder", sagte er.

Die von Bund und Ländern vorgesehene Beschränkung für Menschen in Orten mit besonders vielen Neuinfektionen, sich nicht weiter als 15 Kilometer vom Wohnort wegzubewegen, kann Tagesausflügler aus NRW zunächst nicht stoppen.

Nach jüngsten Daten liegen mit Stand von Mittwoch kein Kreis und keine Kommune des bevölkerungsreichsten Bundeslands über der Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche.

In Olpe herrschte am vergangenen Wochenende "ziemliches Chaos"

Die Polizei sperrt die Zufahrten nach Winterberg ab. Am Wochenende soll auch der Wintersportort Olpe abgeriegelt werden.
Die Polizei sperrt die Zufahrten nach Winterberg ab. Am Wochenende soll auch der Wintersportort Olpe abgeriegelt werden.  © Henning Kaiser/dpa

Viele verschneite Wintersportregionen im Sauerland und in der Eifel waren seit Weihnachten und während der freien Tage um den Jahreswechsel von Tagesausflüglern gestürmt worden.

Obwohl wegen des Corona-Lockdowns Lifte nicht betrieben werden und Hütten und Restaurants ohnehin geschlossen sind, sprach etwa der Wintersportort Winterberg im Sauerland von täglich Zehntausenden, die sich auf den Weg gemacht hatten.

Verkehrschaos, mangelnder Abstand auf Pisten, Wegen und Parkplätzen waren die Folge. Für eine wachsende Zahl von Skigebieten in NRW haben die Behörden inzwischen Betretungsverbote ausgesprochen.

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Vermutlich auch weil Auswärtige auf kleinere Gebiete wie das in Olpe auswichen, hatte dort am Wochenende "ziemliches Chaos" geherrscht, wie eine Sprecherin der Stadt sagte.

Die wildparkenden Ausflügler hätten Wiesen kaputt gefahren, Straßen und Nebenwege verstopft und Müll zurückgelassen. "Da war kein Halten mehr", sagte sie.

Update, 16.23 Uhr: Winterbergs Bürgermeister rechnet erneut mit vielen Besuchern

In Winterberg werden am Wochenende erneut viele Besucher erwartet.
In Winterberg werden am Wochenende erneut viele Besucher erwartet.  © Marius Becker/dpa

Trotz des verschärften Corona-Lockdowns und eines Betretungsverbots der Ski- und Rodelpisten rechnet der Winterberger Bürgermeister Michael Beckmann (CDU) mit vielen Besuchern am Wochenende.

Man bereite sich auf ein größeres Aufkommen vor, teilte Beckmann am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Es werde wieder einen großen Einsatz von Ordnungsamt, Sicherheitsdienst und der Polizei geben.

Für Beckmann ist schwer nachvollziehbar, dass weiter Tagesausflügler ins Sauerland kämen: "Mittlerweile ist es für mich sogar schon ein Stück unverständlich, dass die Menschen seit einigen Wochen und trotz der Bilder der letzte Tage unseren Appell 'Bleiben Sie zu Hause' nicht ernst nehmen."

Entlastung am kommenden Wochenende könnte laut Beckmann vor allem ein Wintereinbruch in den Städten in Nordrhein-Westfalen bringen, aus denen die Besucher überwiegend kämen. Er hofft darauf, "dass der Schnee bis in die tiefen Lagen fällt, damit sich der Druck auf die hochgelegenen Schneegebiete deutlich verringert".

Update, 18.50 Uhr: Eifelgemeinden appellieren an Schnee-Touristen

Eifelgemeinden haben Schnee-Touristen eindringlich gebeten, Besuche zu unterlassen. Es gebe in der Nordeifel in der aktuellen Corona-Pandemie keine Angebote, erklärten die Bürgermeister von acht Kommunen sowie der Landrat des Kreises Euskirchen am Mittwoch.

"Die Skigebiete sind nicht zugänglich, die Lifte laufen nicht, die Rodelhänge sind gesperrt, ebenso die meisten Parkplätze", beschrieben sie. Auch gebe es keine Toiletten, keine Wickelräume, keinen Ort zum Aufwärmen, keine Gastronomie.

Die Menschen sollten zu Hause bleiben und Spaziergänge an ihrem Wohnort unternehmen, appellierten die Bürgermeister unter anderem aus Bad Münstereifel und dem besonders betroffenen Hellenthal. Die Gemeinde hat in ihrem Wintersportgebiet Parkplätze, Wanderwege und Zugänge zu Liften gesperrt.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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