Neue Ziele, neue Trends: Wohin und wie wir 2021 reisen!

Deutschland - Einreiseverbote, Quarantäne und Corona-Tests verhagelten im vergangenen Jahr vielen die Reiselust. Enormer Nachholbedarf hat sich aufgestaut. Aber werden wir bald wieder genauso Urlaub machen wie zuvor? Nach Corona wollen viele einen Neustart in ihnen noch unbekannte Regionen wagen. Doch wohin wollen sie reisen, wenn es wieder möglich ist? Und wie? Wir haben nach Reisetrends und -zielen für 2021 gesucht. Die Richtung ist klar: näher, länger, kurzfristiger.

Gereist und erlebt wird 2021 verstärkt zusammen mit der ganzen Familie oder dem Partner - zum Beispiel ein Lagerfeuer-Abend.
Gereist und erlebt wird 2021 verstärkt zusammen mit der ganzen Familie oder dem Partner - zum Beispiel ein Lagerfeuer-Abend.  © imago images/Westend61

Mit den Impfungen setzt nicht mehr das Virus, sondern das wirtschaftliche Budget Grenzen. Trotzdem steht nachhaltiger Urlaub hoch im Kurs, auch wenn der teurer ist. Riesige Hotelanlagen mit Massentourismus von der Stange könnten 2021 durch mehr Individualurlaub ausgebremst werden - sofern er sich rechnet.

Laut Umfragen der Ferienunterkünfte-Suchmaschine hometogo setzen 71 Prozent der Deutschen aufs eigene Auto, um dieses Jahr an den Urlaubsort und zu Tageszielen ringsherum zu kommen.

Viele wollen zudem verstärkt Einheimische unterstützen: in Homestays oder bei Familien zu Hause übernachten, Aktivitäten erst vor Ort buchen, auf lokalen Märkten einkaufen.

Doch auch die Angst vor Corona-Ansteckungen wirkt nach: 63 Prozent wollen 2021 lieber ein Ferienhaus, nur 31 Prozent Zimmer in Ferienhotels buchen.

Reiseportale verzeichnen einen Trend zu weniger häufigen, dafür von zwei auf drei Wochen verlängerten Sommerurlaub.

Urlaub könnte im neuen Jahr etwas teurer werden

Reisen ja, aber sicher: Bei einem Urlaub im Ferienhaus in freier Natur hat man Gewissheit in Sachen Abstand und Hygiene.
Reisen ja, aber sicher: Bei einem Urlaub im Ferienhaus in freier Natur hat man Gewissheit in Sachen Abstand und Hygiene.  © Archiv

Inlandsflüge werden gemieden, (Nacht-)Züge neu entdeckt. Städtereisen büßen an Attraktivität ein, Urlaub in der Natur gewinnt. Statt Elefantenreiten stehen Besuche in Auffangstationen für gefährdete Tiere hoch im Kurs.

Nach viel Ärger mit verzögerten Rückerstattungen wird langsam wieder Vertrauen in Veranstalter und Fluggesellschaften aufgebaut. Sie bieten aktuell großzügige Umbuchungsregeln und abgesicherte Pauschalreisen. Allerdings werden sie sich künftig verstärkt auf Last-Minute-Buchungen einstellen müssen - von bis zu einem Tag vor Reisestart!

Wird Urlaub teurer? Die Reisepreise sollen zwar nicht exorbitant steigen, aber mit großen Schnäppchen ist auch nicht zu rechnen.

"Denkbar ist, dass Kreuzfahrten 10 bis 15 Prozent teurer werden", sagt zum Beispiel Michael Thamm, Chef der Costa Gruppe, zu der auch AIDA gehört.

In Europa rückt mancher Außenseiter in den Fokus

Endlich dahin reisen, wo man noch nie war: Wie wäre es mit einem Besuch des Geothermischen Tals Leirhnjukur in Island?
Endlich dahin reisen, wo man noch nie war: Wie wäre es mit einem Besuch des Geothermischen Tals Leirhnjukur in Island?  © 123RF/Leonid Tit

Die nächste Reise ist nicht weit. Viele haben im vergangenen Jahr Urlaub im eigenen Land gemacht - und Blut geleckt. Der aus der Not heraus geborene Heimaturlaub könnte 2021 zum Trendsetter werden.

Vor allem Hoteliers in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Thüringen sowie in Städten wie Berlin, Hamburg, Erfurt und München reiben sich schon mal die Hände.

Auch Ziele innerhalb Europas werden schnell wieder Fahrt aufnehmen - zuerst, wenn sie mit Auto oder Bahn erreichbar und die Infektionszahlen niedrig sind.

Auf der Suche nach Zielen fernab vom Massentourismus rücken so manche Außenseiter in den Fokus: Das kleine Montenegro an der Adriaküste gilt bislang noch als Geheimtipp am Mittelmeer. Sein Joker ist der Mix aus mediterranen und slawischen Einflüssen - bei Kultur, Geschichte und dem Essen. Und kennst Du schon Montenegros Nationalparks...?

Auch das unscheinbare Slowenien mausert sich langsam zu einem Lieblingsziel. Ein Besuch der Hauptstadt Ljubljana ist ein Muss, doch auch die Grotte Postojna oder der Canyon Bovec haben das Zeug dazu, Touris in den Sommerurlaub 2021 zu locken.

Albanien könnte sogar zum absoluten Europa-Aufsteiger des neuen Reisejahres werden. Tolle Landschaften gepaart mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis machen's Italien gleich gegenüber schwerer.

Schottland hängt 2021 immer öfter London bei einer Reiseplanung auf die jetzt Nicht-EU-Insel ab. Bei ebenso trendigen Reisen ins allerdings weit fernere Island bleibt man dagegen innerhalb der Schengen-Grenzen.

Tipp: Der Personalausweis reicht in beiden Destinationen als Reisedokument aus.

Lieber Südostasien, Kanada oder Kaukasus?

UNESCO-Weltnaturerbe mit Karstfelsen: Eine Bootsfahrt in der Halong-Bucht zählt zu den Highlights einer Vietnam-Rundreise.
UNESCO-Weltnaturerbe mit Karstfelsen: Eine Bootsfahrt in der Halong-Bucht zählt zu den Highlights einer Vietnam-Rundreise.  © 123RF

Viele wollen 2021 ausgetretene Reisepfade verlassen und ganz neue Ziele erobern. Georgien als relativ unentdecktes Land im Kaukasus bietet dafür eine Kombination aus historischen Großstädten, kleinen Bergdörfern, satter Natur und der Lage am Schwarzen Meer - ein Allrounder für alle Urlaubstypen und echte Alternative für Ferien im preislich ebenso günstigen Bulgarien oder in der Türkei.

In Afrika schickt sich Namibia an, vom Geheimtipp zum Trendziel zu erwachsen. Gambia will sogar vom kleinsten Land Afrikas zum größten Aufsteiger auf dem Schwarzen Kontinent werden. Strandurlaub an der 70 Kilometer langen Küste des Landes lässt sich perfekt mit einer Städtereise in die quirlig-bunte Hauptstadt Banjul verknüpfen.

Statt der USA mit den langjährigen Nummer-eins-Zielen Florida, New York und Westküste liegt dieses Jahr Kanada im Trend.

Statt Thailand könnte in Südostasien Vietnam Nutznießer des neu anlaufenden Tourismus werden.

Auf den anderen Seiten der Weltkugel hat sich Costa Rica für Touristen herausgeputzt, punktet mit einer unglaublich vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, Vulkanen, Nebelwäldern, aber auch palmengesäumten Traumstränden.

Das letzte Himalaya-Königreich Bhutan bietet ebenso Natur pur und ganz viel unverfälschte Kultur. Die Regierung hat sich ganz offiziell dem "sanften Qualitätstourismus" verschrieben, um natürliche Schönheit und kulturelles Erbe zu schützen.

Der Oman hat in den vergangenen Jahren viel in den Tourismus investiert, sogar eine eigene Airline aufgebaut und könnte jetzt die Früchte dafür ernten - als sicheres Reiseziel nicht nur für alleinreisende Frauen.

TAG24-Tipp: Vulkane, einsame Strände und Musik auf Kapverden

Bizarre Bergketten, an denen kleine Dorfhäuser wie Nester kleben: Ponta do Sol an der nördlichsten Spitze der Insel Santo Antão ist vor allem ein beliebtes Reiseziel bei Wanderfreunden.
Bizarre Bergketten, an denen kleine Dorfhäuser wie Nester kleben: Ponta do Sol an der nördlichsten Spitze der Insel Santo Antão ist vor allem ein beliebtes Reiseziel bei Wanderfreunden.  © imago images/UIG

Wer beides mag: Die Kapverdischen Inseln sind ein bisschen wie die Kanaren, aber auch ein bisschen Karibik. Die Inselgruppe liegt rund 600 Kilometer vor der afrikanischen Westküste im Atlantischen Ozean. An 350 Tagen im Jahr scheint die Sonne.

Das klingt nach Urlaubsparadies? Stimmt. Dabei kommen Erholungssuchende, Aktivtouristen und Naturliebhaber gleichsam auf ihre Kosten. Die drittgrößte Kapverdische Insel Boa Vista bezaubert mit traumhaften Dünenstränden. Wenn man hochschaut, blickt die bizarre Kulisse der Inselberge zurück.

Auch auf der Insel Sal warten kilometerlange Strände. Das kristallklare Meer lädt zum Baden, Schnorcheln, Kitesurfen oder Tauchen ein. Kannst Du nicht? Tauchen kann man auf den Inseln vielerorts erlernen, manchmal sogar gleich am Hotelpool.

Auf Santo Antão finden Wanderer ihr Glück, können mehr als 100 ausgeschilderte Wanderwege und den Vulkankrater Cova de Paúl südlich von Ponta do Sol erobern. Dafür setzt man von der Nachbarinsel São Vicente über, denn einen Flughafen gibt es hier nicht.

Abends wird gern zu inseleigenen Klängen gegessen. Musikalisch mischen sich dabei die afrikanischen Rhythmen des Batuku mit dem portugiesischen Morna und Funaná. Auch das Funaná-Instrument Gaita (Akkordeon) ist übrigens ein waschechter Kapverde.

Titelfoto: Montage: imago images/UIG, imago images/Westend61

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