NRW-Schneegebiete: Wo gesperrt ist und welche Strafen drohen

Düsseldorf – Bitte unser Winterwunderland meiden und zu Hause bleiben! Dieser Appell schallt auch vor dem kommenden Wochenende überall ähnlich lautend aus dem Sauerland, dem Bergischen Land oder der Eifel. Dennoch bereiten sich die verschneiten Gebiete für das Wochenende wieder auf einen Ansturm von Tagestouristen vor.

Polizei und Ordnungsbehörden kontrollieren die Einhaltung der Coronaschutzmaßnahmen in NRW-Wintersportgebieten.
Polizei und Ordnungsbehörden kontrollieren die Einhaltung der Coronaschutzmaßnahmen in NRW-Wintersportgebieten.  © Henning Kaiser/dpa

Mit Betretungsverboten, abgeriegelten Straßen und Polizeipräsenz sollen Ausflügler während des mitten im Corona-Lockdown ferngehalten werden. Diese Gebiete sind nach aktuellem Stand betroffen:

  • Winterberg, Schmallenberg und Olpe (Hochsauerland)
  • Hellenthal (Eifel)
  • Reichshof (Oberbergischer Kreis)
  • Hilchenbach (Kreis Siegen-Wittgenstein)

Es laufen weder Lifte noch sind in nennenswertem Maße Loipen gespurt. Auch Restaurants oder Hütten sind dicht.

Inzwischen berichten auch die touristisch weniger ausgebauten Regionen von einem Andrang von Auswärtigen auf Rodelhügeln, wo sonst allenfalls Einheimische den Berg hinuntersausten.

Auch auf weitläufigen Hügeln, den Wegen dorthin und Parkflächen wird es immer wieder eng, berichten die Ordnungshüter. Hinzu kommen die verstopften Straßen und Störungen für die Anwohner sowie jede Menge zurückbleibender Müll.

Wo sonst touristische Infrastruktur wie Hotels oder Restaurants Anlaufpunkte sind, ist jetzt alles geschlossen. Wild geparkte Autos auf Wiesen zerfurchten den Untergrund privater Wiesen, heißt es aus den gebeutelten Gemeinden. Picknickmüll liege im Gebüsch. "Es gibt keine Toiletten. Was glauben Sie, wo das alles landet?", berichtet eine Sprecherin aus Olpe.

Vielerorts drohen saftige Geldstrafen

Viele Wintersportgebiete bittet wegen der Corona-Pandemie auf Besuche zu verzichten.
Viele Wintersportgebiete bittet wegen der Corona-Pandemie auf Besuche zu verzichten.  © Marius Becker/dpa

Polizei und Ordnungsämter kündigten an, Verstöße gegen die neuen Vorgaben konsequent zu ahnden. Ihre Mittel: Knöllchen für Falschparker, Autos notfalls abschleppen.

Bußgelder drohen allen, die gegen Betretungsverbote oder andere Corona-Regeln verstoßen. Wer sich nicht an die in Winterberg geltende Maskenpflicht hält, muss 50 Euro zahlen. Für Verstöße gegen die Kontaktregeln riskiert jeder Beteiligte 250 Euro.

Was denen droht, die das Betretungsverbot brechen, ist noch unklar, heißt es aus Winterberg. "Wir prüfen, was rechtlich möglich ist, aber es wird sicher saftig sein", so Stadtsprecherin Rabea Kappen.

"Wir können nicht jede Privatwiese kontrollieren", schränkt Schmallenbergs Ordnungsamtsleiter Berthold Vogt ein. Leider habe die Erfahrung gezeigt, das viele Ausflügler ihren Weg auf freie Flächen wie Felder oder Wiesen suchten.

"Wir wollen niemandem verbieten, einen einsamen Hügel runterzurodeln. Das Problem sind aber die Massenaufkommen. Und wenn da Abstände nicht eingehalten werden können, werden wir auch eingreifen", sagt Christof Hüls, Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis.

"Es ist nicht verboten, ins Sauerland zu fahren, aber die Leute sollten sich fragen, ob es auch vernünftig ist", ergänzt Laura Burmann, Polizeisprecherin im Hochsauerlandkreis.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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