Reiseforscher ist sich sicher: "Urlaub antreten, nicht stornieren!"

Deutschland - Aktuell treten viele Reisenden ihre gebuchten Flüge aus Angst vor dem Coronavirus nicht an. Doch ein Münchner Reiseforscher appelliert an die Vernunft der Deutschen. 

Ein United-Airlines-Flugzeug hebt in Frankfurt/Main ab. (Symbolbild)
Ein United-Airlines-Flugzeug hebt in Frankfurt/Main ab. (Symbolbild)  © dpa/Silas Stein

Wie aerotelegraph berichtete, nehmen teilweise bis zu 50 Prozent der Reisenden ihre gebuchten Flüge nicht wahr. Das liege zwar zu einem Teil an den Airlines, die durch rigorose Flugplan-Streichungen für Ausfälle und Panik sorgen.

Doch oft tauchen die Passagiere auch gar nicht auf, selbst wenn Flüge stattfinden. Flugzeuge sind dann eventuell in der Theorie ausgebucht, aber gehen dennoch halb leer in der Luft.

Auch daran sollen laut aerotelegraph die Airlines Schuld sein, weil sie den Reisenden nur selten eine Wahl lassen. Stornierungen bringen in der Regel nämlich nur Steuern und Gebühren an den Kunden zurück. Den Ticketpreis bleibt die Airline fällig. Schlimmstenfalls kostet der Storno sogar etwas und für Kunden ist es billiger, das Ticket verfallen zu lassen.

Die Übertragungsquote der gefürchteten Coronaviren in einem Flugzeug ist jedoch ziemlich gering. So gelten als Risikoplätze nur die zwei Reihen vor und hinter einem Infizierten. 

Fälle, an denen sich Personen an Bord ansteckten, sind bislang nur selten aufgetreten, da auf den risikobehafteten Strecken sowohl Kabine als auch Sitze jeweils vor dem Boarding desinfiziert würden.

Coronavirus nur selten ein Grund zur Urlaubs-Absage

So sieht das Coronavirus unter dem Mikroskop aus.
So sieht das Coronavirus unter dem Mikroskop aus.  © dpa/Center for Disease Control/epa

Reiseforscher Jürgen Schmude von Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) rät nun in einem Reisereporter-Bericht von vorzeitiger Panik ab.

"Ich glaube, wir sollten uns diese Woche schlicht ein wenig zurückhalten, keineswegs aber den Sommerurlaub aus Angst absagen", sagte er dort.

Stornieren würde der Forscher grundsätzlich nur eine Geschäftsreise nach China sowie Ausflüge in die italienischen Städte Mailand und Venedig. Ansonsten bestehe in Urlaubsregionen kaum eine große Gefahr der Ansteckung. 

Dass jetzt auch besonders viele Deutsche ihre Kreuzfahrten stornieren würden, verstehe Schmude nicht. Die Bedingungen auf einem Schiff seien die selben, wie in einem Hotel: Menschen unterschiedlicher Herkunft sitzen nah beieinander, essen, trinken, genießen ein Unterhaltungsprogramm.

Wer sich mit dem Virus unterwegs infiziert hat, bekommt in Deutschland schon jetzt eine gute Behandlung: Die ersten Patienten konnten bereits aus Kliniken entlassen werden

Warum man sich also wegen dem Coronavirus einschränken sollte, ist dem Reiseforscher unklar.

Der Forscher geht weiterhin davon aus, dass das Virus in zwei Jahren auf der ganzen Welt verbreitet sei. "Ich nehme an, dass es dann auch keine Auswirkungen mehr auf das Reiseverhalten haben wird", sagt Schmude dazu.

"Nüchtern betrachtet gibt es keinen Grund, auf das Reisen zu verzichten. Es gehört quasi zu den Grundbedürfnissen, die Welt zu entdecken", schließt Schmude ab.

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