Sommerferienzeit ist Reisezeit: Hier könnt Ihr jetzt sicher Urlaub machen!

Europa - Einige Bundesländer sind schon in den Sommerferien, andere folgen in den nächsten Tagen und Wochen. In der Corona-Pandemie nimmt die Zahl möglicher Reiseziele in Europa wieder zu. Doch Urlauber sollten weiterhin vorsichtig sein.

Ein Auto mit angehängtem Wohnwagen ist auf der A7 am Autobahnkreuz Hannover/Kirchhorst in Fahrtrichtung Süden unterwegs.
Ein Auto mit angehängtem Wohnwagen ist auf der A7 am Autobahnkreuz Hannover/Kirchhorst in Fahrtrichtung Süden unterwegs.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Ferienzeit ist Urlaubszeit! 

Während in der Corona-Pandemie wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen viele außereuropäische Reiseziele wegfallen, ist Urlaub vor allem in Europa wieder möglich. 

Bis Ende August hatte das Auswärtige Amt (AA) im Juni seine weltweite Reisewarnung verlängert - für den Großteil der europäischen Länder die verhängten Reisewarnungen aber wieder aufgehoben. 

Vor Reisen nach Schweden, Norwegen und Finnland etwa wird derzeit noch offiziell gewarnt, von Reisen nach beispielsweise Großbritannien abgeraten. 

In anderen Ländern Europas kann es in diesem Sommer weiterhin zu Einschränkungen kommen.

TAG24 erklärt, worauf sich Urlauber einstellen sollten.

Griechenland

Touristen mit medizinischem Mundschutz kommen am internationalen Flughafen der griechischen Insel Kreta an.
Touristen mit medizinischem Mundschutz kommen am internationalen Flughafen der griechischen Insel Kreta an.  © dpa/Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA Wire

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten EU-Staaten können frei in Griechenland einreisen. 

Alle müssen sich aber mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. 

Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Wer positiv getestet wird, muss 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels gehen. Die Kosten übernimmt Griechenland. 

Maskenpflicht gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern. Zudem wird überall geraten, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern von anderen Menschen zu halten.

Das Land hat – verglichen mit anderen Staaten Europas – weiterhin eine sehr niedrige Infektionsrate. 

Frankreich

Besucher sitzen am Ufer der Seine und essen und trinken. In Frankreich dürfen Bars und Restaurants ihre Terrassen unter der Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen wieder öffnen.
Besucher sitzen am Ufer der Seine und essen und trinken. In Frankreich dürfen Bars und Restaurants ihre Terrassen unter der Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen wieder öffnen.  © dpa/Pierre Stevenin/ZUMA Wire

Reisende aus Deutschland können ohne Probleme nach Frankreich einreisen. Eine Quarantäne oder spezielle Unterlagen sind nicht notwendig. 

In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Läden und andere Einrichtungen entscheiden selbst, ob eine Maske getragen werden muss. 

In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet - Tickets müssen in der Regel vorher online gebucht werden. 

Viele Restaurants etwa in Paris haben ihre Terrassen vergrößert, damit die Menschen genug Abstand halten können.

Strände im Land sind wieder geöffnet. Die Situation im ganzen Land ist zur Zeit recht entspannt – die Zahl der Neuinfektionen konstant.

Italien

Touristen fahren mir E-Rollern auf das Kolosseum zu.
Touristen fahren mir E-Rollern auf das Kolosseum zu.  © dpa/Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press

Reisende aus der EU oder aus dem Schengenraum dürfen ohne Beschränkungen nach Italien einreisen. 

Sie müssen – anders als Besucher aus Nicht-EU-Ländern – auch nicht in Quarantäne. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen. 

In Geschäften, in Zügen oder in anderen geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden – was teils aber nicht richtig gelingt.

Die Infektionszahlen waren zuletzt leicht angestiegen, was neue Unruhe ausgelöst hatte. Allerdings beschränkt sich das auf lokale, kleinere Brandherde.

Großbritannien

Menschen sitzen und trinken vor einem Pub im Stadtteil Soho. Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Corona-Pandemie haben die Pubs in England wieder geöffnet.
Menschen sitzen und trinken vor einem Pub im Stadtteil Soho. Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Corona-Pandemie haben die Pubs in England wieder geöffnet.  © dpa/AP/Alberto Pezzali

Zum Sommerurlaub hat England seine wegen der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende gelockert. 

Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich ab dem morgigen Freitag bei ihrer Ankunft nicht mehr für 14 Tage isolieren. 

Die neue Regelung gilt für insgesamt mehr als 70 Länder und Überseegebiete, die nach Auffassung der britischen Regierung die Corona-Krise im Griff haben. 

Große Vorsicht ist beim Urlaub dennoch angebracht: Großbritannien hat die meisten Covid-19-Todesfälle in Europa und jeder Landesteil seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

Österreich

Österreicher und Touristen entspannen vor der Neuen Burg im Stadtzentrum Wiens.
Österreicher und Touristen entspannen vor der Neuen Burg im Stadtzentrum Wiens.  © Max Patzig

Wer aus dem Kreis Gütersloh stammt, muss mit Kontrollen im Grenzraum rechnen und sollte einen negativen Coronatest vorweisen können. Ansonsten haben Deutsche freie Fahrt nach und durch Österreich. 

Intensive Grenzkontrollen haben die Behörden für alle Reisenden angekündigt, die aus Ungarn oder Slowenien kommen. Das ist die Folge der Reisewarnungen Österreichs für die sechs Westbalkan-Staaten sowie für Rumänien und Bulgarien. 

In den meisten Urlaubsregionen Österreichs gibt es kaum mehr coronabedingte Beschränkungen. Auf Mindestabstand nicht zuletzt beim Baden und Wandern muss aber geachtet werden. 

In einigen Orten Kärntens gilt von Freitag an abends eine Maskenpflicht (TAG24 berichtete). Einziges Bundesland mit genereller Maskenpflicht im öffentlichen Raum ist Oberösterreich. 

Insgesamt ist die Corona-Lage unter Kontrolle, die Gesamtzahl der akuten Infektionsfälle liegt bei rund 1100.

Schweiz

Junge Menschen feiern in der D! Club-Disco Diskothek in Lausanne auf der Tanzfläche.
Junge Menschen feiern in der D! Club-Disco Diskothek in Lausanne auf der Tanzfläche.  © dpa/Jean-Christophe Bott/KEYSTONE

Die Einreise in die Schweiz ist aus allen Schengenstaaten mit Ausnahme Schwedens problemlos möglich. 

Doch Vielreiser aufgepasst: In Quarantäne müssen Einreisende, die in den zwei Wochen zuvor in Schweden oder einem anderen von aktuell 29 als riskant eingestuften Ländern waren - darunter etwa Serbien, die USA, Russland, Israel oder Südafrika. 

Ein Mund-Nasen-Schutz ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen vorgeschrieben, seitdem die Neuinfektionen seit Ende Juni tageweise auf mehr als 100 neue Fälle gestiegen waren. 

In Hotels, Restaurants oder Museen gelten weiterhin Abstands- und Hygieneregeln. 

Besonderheit für Partygänger: Anders als in den meisten anderen europäischen Ländern darf auch in Clubs derzeit wieder getanzt werden.

Türkei

Tische in einem Außenbereich eines Restaurants sind als Maßnahme gegen die Ansteckung der Gäste mit dem Coronavirus mit durchsichtigem Plexiglas in Form von Kuppeln überspannt.
Tische in einem Außenbereich eines Restaurants sind als Maßnahme gegen die Ansteckung der Gäste mit dem Coronavirus mit durchsichtigem Plexiglas in Form von Kuppeln überspannt.  © dpa/Osman Orsal/XinHua

Achtung, die Reisewarnung besteht noch!

Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bis zum 31. August. Das Land hofft, dass diese bald aufgehoben wird. 

Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird derzeit aber als Corona-Risikogebiet eingestuft, die Aufhebung der Reisewarnung ist damit unwahrscheinlich. 

Nach der Einreise in die Türkei gibt es keine Quarantänepflicht mehr. Am Flughafen wird aber die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen. 

An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. 

Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm für Gastronomen und Hotels entwickelt. Auch deutsche Firmen stellen Inspektoren.

Wer aus der Türkei zurückkommt, muss mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Allerdings können Urlauber von der Quarantäneregelung befreit werden, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Dänemark

Eine Familie genießt die Sonne im Hafengebiet Islands Brygge. Markierte Flächen auf dem Grasland helfen den Menschen, Abstand voneinander zu halten, wobei etwa 40 Quadratmeter Fläche für maximal 10 Personen markiert sind.
Eine Familie genießt die Sonne im Hafengebiet Islands Brygge. Markierte Flächen auf dem Grasland helfen den Menschen, Abstand voneinander zu halten, wobei etwa 40 Quadratmeter Fläche für maximal 10 Personen markiert sind.  © dpa/Ida Guldbaek Arentsen/Ritzau Scanpix/AP

Nachdem die Dänen als eines der ersten Länder Europas am 14. März ihre Grenzen für Ausländer ohne konkreten Einreisegrund dichtgemacht hatten, können deutsche Reisende mittlerweile wieder einreisen. 

Einzige Bedingung: Sie müssen sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. 

Ausnahmen davon gelten etwa für Deutsche, die ein dänisches Sommerhaus besitzen, ihre Partner im Land besuchen wollen oder Einwohner Schleswig-Holsteins sind. 

Restaurants, Cafés und Geschäfte sind seit Mai wieder offen, eine Maskenpflicht besteht nicht.

In Dänemark ist die Infektionslage derweil sehr positiv, die Zahl der Neuinfektionen gering. 

Belgien

Touristen und Passanten sind auf dem Grand-Place, den zentralen Platz von Brüssel, unterwegs.
Touristen und Passanten sind auf dem Grand-Place, den zentralen Platz von Brüssel, unterwegs.  © dpa/Zhang Cheng/XinHua

Das Königreich steht Touristen aus Deutschland offen. 

Quarantäneregeln gelten für deutsche Urlauber nicht - im Alltag gibt es aber grundlegende Hygienebestimmungen wie das Abstandsgebot. 

Im öffentlichen Nahverkehr muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Restaurants, Cafés, Hotels und auch Museen sind mittlerweile wieder geöffnet. 

An den Nordseeküsten gelten zum Teil zusätzliche Regeln: Für Strandbesuche an bestimmten Abschnitten wie in dem beliebten Oostende müssen Urlauber und Einheimische sich anmelden. 

Die Infektionszahlen in dem Elf-Millionen-Einwohner-Land sind schon seit Wochen niedrig.

Island

In Island lässt sich ganz bequem Abstand halten. Viele Einwohner hat das Land nicht.
In Island lässt sich ganz bequem Abstand halten. Viele Einwohner hat das Land nicht.  © Unsplash/Luciano Braga

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt Urlaubern seit Mitte Juni die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. 

Damit will die isländische Regierung internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben, ohne dass die beinahe auf Null gesunkenen Corona-Zahlen wieder ansteigen. 

Im Land steht einem Urlaub zwischen Gletschern und Geysiren dann nichts mehr im Weg: Restaurants und Hotels sind offen, Masken nicht vorgeschrieben. 

Auch das Abstandhalten dürfte auf der Insel leichter fallen als anderswo: Island hat nur 360.000 Einwohner, dafür aber fast die Fläche von einem Drittel Deutschlands.

Zypern

Strandbesucher gehen bei Sonnenuntergang an einem leeren Strandabschnitt des Strandhotels Dome in Zyperns Badeort Ayia Napa spazieren.
Strandbesucher gehen bei Sonnenuntergang an einem leeren Strandabschnitt des Strandhotels Dome in Zyperns Badeort Ayia Napa spazieren.  © dpa/AP/Petros Karadjias

Die Insel meldet seit der Öffnung ihres Tourismus wenige Corona-Infektionen von Reisenden oder Einheimischen. 

Wer nach Zypern reist, muss sich vor dem Antritt elektronisch anmelden. 

Wird ein Mensch positiv getestet, muss er 14 Tage lang in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Zypern. 

Eine Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Krankenhäuser. 

Die Urlaubsinsel hat verglichen mit anderen Staaten Europas eine sehr niedrige Infektionsrate.

Finnland

Menschen genießen den heißen, sonnigen Tag an einem Strand in Helsinki.
Menschen genießen den heißen, sonnigen Tag an einem Strand in Helsinki.  © dpa/Vesa Moilanen/Lehtikuva

Achtung, die Reisewarnung besteht noch!

Das Land im hohen Norden hat sich vor knapp einem Monat für Reisende aus dem Baltikum und dem Großteil Skandinaviens mit der Ausnahme von Schweden geöffnet. 

Für mehrere weitere Länder fallen die Reisebeschränkungen zum 13. Juli weg - darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. 

Entscheidend für die Finnen ist, dass in den entsprechenden Ländern innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnet worden sind.

Norwegen

Personenen schauen runter in den Geirangerfjord im Südwesten Norwegens auf die dort liegenden Kreuzfahrtschiffe.
Personenen schauen runter in den Geirangerfjord im Südwesten Norwegens auf die dort liegenden Kreuzfahrtschiffe.  © dpa/Sigrid Harms

Achtung, die Reisewarnung besteht noch!

Norwegen will ab dem 15. Juli wieder Menschen aus dem Europäischen Wirtschafts- und dem Schengenraum die Einreise erlauben, sofern dies die Corona-Zahlen des jeweiligen Landes erlauben. 

Die norwegische Gesundheitsbehörde soll bis dahin eine entsprechende Liste mit Ländern und Regionen ausarbeiten. 

Da die deutschen Zahlen stabil niedrig sind, dürfte Bundesbürgern der Weg zum norwegischen Fjord bald voraussichtlich quarantänefrei offenstehen. 

Ganz sicher ist das allerdings noch nicht - weshalb die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes derzeit noch weiter besteht.

Schweden

Bei den jährlichen Mittsommerfeierlichkeiten sitzen Menschen in Restaurants und fahren in Tretbooten. Schwedens öffentliche Mittsommerfeiern sind in diesem Jahr verhalten, da große gesellschaftliche Zusammenkünfte aufgrund der andauernden COVID-19-Pandemie verboten sind.
Bei den jährlichen Mittsommerfeierlichkeiten sitzen Menschen in Restaurants und fahren in Tretbooten. Schwedens öffentliche Mittsommerfeiern sind in diesem Jahr verhalten, da große gesellschaftliche Zusammenkünfte aufgrund der andauernden COVID-19-Pandemie verboten sind.  © dpa/AP/Andres Kudacki

Achtung, die Reisewarnung besteht noch!

Die Schweden haben trotz insgesamt sinkender Todes- und Infektionszahlen noch vergleichsweise hohe Corona-Werte zu verkraften. 

Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie gewohnt. 

Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. 

Die deutsche Reisewarnung besteht aber weiter, weil "Schweden die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen überschreitet", heißt es beim Auswärtigen Amt.

Titelfoto: dpa/Zhang Cheng/XinHua, Max Patzig, dpa/AP/Alberto Pezzali

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