Streik bei Österreichs Eisenbahnen: Auch Reisen nach Deutschland betroffen

Wien - Nach gescheiterten Tarifverhandlungen legen Österreichs Eisenbahner den Zugverkehr am Montag mit einem 24-stündigen Warnstreik still.

Die Bundesbahn in Österreich wird nach gescheiterten Tarifverhandlungen bestreikt.
Die Bundesbahn in Österreich wird nach gescheiterten Tarifverhandlungen bestreikt.  © Matthias Balk/dpa

Die staatlichen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) kündigten an, dass schon ab Sonntag grenzüberschreitende Verbindungen mit Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern von der Maßnahme betroffen seien.

"Hier wird es bereits ab heute, Sonntagabend, bis Dienstagfrüh zu Ausfällen bei den Nightjet- und Euronight-Verbindungen kommen", hieß es in einer Mitteilung.

Auch die private Westbahn, die zwischen Wien und München verkehrt, kündigte einen Fahrstopp am Montag an. Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel in Österreich waren jedoch nicht betroffen.

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Die Gewerkschaft vida, die rund 50.000 Eisenbahnerinnen und Eisenbahner vertritt, hatte eine pauschale Lohnerhöhung von 400 Euro gefordert, was laut Arbeitnehmervertretern ein durchschnittliches Plus von etwa 12 Prozent ausmachen würde. Die Wirtschaftskammer, die auf Arbeitgeberseite die Verhandlungen führt, besserte ihr Angebot zuletzt auf 8,4 Prozent nach.

Die Inflation lag in Österreich im Oktober im Jahresvergleich bei elf Prozent.

ÖBB lahmgelegt: Gewerkschaft vida ruft zum Streik auf

Am Sonntagvormittag erklärten beide Seiten die Gespräche für vorerst gescheitert und gaben einander die Schuld. "Wir kämpfen für einen nachhaltigen Teuerungsausgleich, der im Zuge der explodierenden Preise vor allem niedrigere und mittlere Einkommen stärker entlastet", sagte vida-Chefverhandler Gerhard Tauchner.

Derzeitige Einstiegsgehälter würden teils unter der Armutsgrenze liegen, argumentierte die Gewerkschaft. "Mir fehlt jedes Verständnis für diesen Streik", sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä. Das derzeitige Lohn-Angebot sei höher als in allen anderen Branchen.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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