Touristin klaut in Pompeji und gibt alles zurück: Liegt ein Fluch auf ihr?

Pompeji - Eine Touristin (36) hat geklaute Gegenstände aus Pompeji nach 15 Jahren reumütig zurückgegeben. Sie behauptete, dass nun ein Fluch auf ihr laste.

An der gut erhaltenen Stätte, unweit der Küste am Golf von Neapel, sind die freigelegten Ruinen von Pompeji zu sehen.
An der gut erhaltenen Stätte, unweit der Küste am Golf von Neapel, sind die freigelegten Ruinen von Pompeji zu sehen.  © 123rf.com/Anamaria Mejia

Im Sommer dieses Jahres traf ein unerwartetes Paket in der Zentrale eines Reisebüros in Süditalien ein. Darin lagen historische Gegenstände und ein Brief, in dem eine gewisse Nicole zu gab, die Sachen geklaut zu haben. 

Die Absenderin, eine Frau aus Kanada, hatte demnach Fragmente einer alten Amphore sowie Keramikfliesen aus Pompeji mitgehen lassen.

Außerdem schrieb sie, die Tat bitter zu bereuen und erklärte den Grund für die Rücksendung der Beute.

Laut "The Guardian" fand der Raub in den Ruinen der archäologischen Stätte 2005 statt. Nicole war damals 21 Jahre alt und wollte, wie sie erklärte, "ein Stück Geschichte besitzen, das niemand hatte".

Doch das brachte ihr offenbar kein Glück!

Die Kanadierin beschloss deshalb, die gestohlenen Sachen nicht länger zu behalten und behauptete, dass ihr und auch ihrer Familie nach dem Diebstahl der Artefakte eine Reihe von Unglücksfällen passiert sein sollen.

So, als ob ein Fluch in den vergangenen 15 Jahren auf ihnen lastete.

Diebin bittet Gott um Vergebung

Fragmente von Fresken in einem der zerstörten Häuser von Pompeji.
Fragmente von Fresken in einem der zerstörten Häuser von Pompeji.  © 123rf.com/nata_rass

"Ich bin jetzt 36 Jahre alt und hatte zweimal Brustkrebs. Der letzte Krebs endete mit einer Doppel-Mastektomie. Sowohl ich als auch meine Familie hatten finanzielle Probleme. Wir sind gute Menschen und wollen nicht, dass der Fluch in unserer Familie bleibt und sich auf unsere Kinder ausbreitet", hieß es in dem beigefügten Schreiben.

Und weiter: "Die Objekte sind von schlechter Energie durchdrungen, weil sie mit dem Ort der Zerstörung in Zusammenhang stehen. Bitte nehmt sie zurück. Sie bringen Unglück." Am Ende des Briefes bat sie "Gott um Vergebung".

Vorsichtshalber hatten offenbar auch Nicoles Freunde mehrere Steinchen ins Paket gelegt, die sie damals wohl als "Souvenir" aus Pompeji mit nach Hause nahmen. 

"Wir haben sie genommen, ohne an das Leiden dieser armen Menschen zu denken, die beim Vulkanausbruch schreckliche Todesfälle erlitten haben", schrieben sie in einer beigefügten Erklärung.

Pompeji wurde - neben Herculaneum, Stabiae und Oplontis - 79 n. Chr. bei einem verheerenden Ausbruch des Vesuv unter einer bis zu 25 Metern hohen Asche- und Bimsschicht vollständig begraben. In den nächsten Jahrhunderten suchten dort vor allem Grabräuber nach Wertgegenständen.

Erst Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Stadt auch für Forscher wieder interessant. Die wissenschaftlichen Ausgrabungen begannen offiziell am 6. April 1748. 1997 wurde Pompeji zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Titelfoto: 123rf.com/Anamaria Mejia

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