Wird Ungeimpften bald der Urlaub verboten? Airline-Chef mit deutlichen Worten

Wien - Harte Ansage aus unserem Nachbarland: Ein Airline-Chef sieht da keine Möglichkeit, gegen Corona Ungeimpfte nach der Pandemie in den Urlaub fliegen zu können.

Alexis von Hoensbroech (50), Geschäftsführer der Fluggesellschaft Austrian Airlines sieht nur wenig Spielraum für Ungeimpfte.
Alexis von Hoensbroech (50), Geschäftsführer der Fluggesellschaft Austrian Airlines sieht nur wenig Spielraum für Ungeimpfte.  © Austrian Airlines/Nicole Heiling

Von "unterschiedlichen Lebensrealitäten" spricht Alexis von Hoensbroech (50), Geschäftsführer der Fluggesellschaft Austrian Airlines, im Interview mit dem Branchenmedium Aerotelegraph, wenn er auf den Flugverkehr für Geimpfte, Genesene und Getestete schaut.

Zwar hält sich der Airline-Chef diplomatisch: "Wir setzen im Flugzeug das um, was die jeweiligen Zielländer vorgeben."

Doch er spricht auch die - für bisher Ungeimpfte - bittere Wahrheit aus. "Weil immer mehr Länder eine Impfung oder einen Genesenenstatus als Bedingung für die Einreise verlangen, wird das praktisch dazu führen, dass zunehmend nur Geimpfte oder Genesene fliegen dürfen."

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"Über kurz oder lang" würden dann die verschiedenen Lebensrealitäten erschaffen werden.

Den Anfang machen jetzt die USA, die die Einreise für EU-Bürger wieder ab November ermöglichen, sofern diese vollständig gegen Corona geimpft sind.

"Das ist längst überfällig", sagt von Hoensbroech und steht nach mehr als eineinhalbjähriger Einreisesperre sicher nicht allein mit dieser Meinung da.

Reise-Situation in Asien nicht so einfach wie in den USA

Ab November geht es mit der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines wieder in die USA. Nach Asien hebt so schnell keine Maschine ab. (Symbolbild)
Ab November geht es mit der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines wieder in die USA. Nach Asien hebt so schnell keine Maschine ab. (Symbolbild)  © 123RF/fotokot197

An eine baldige Entspannung der Corona-Situation in Asien, speziell China, glaubt der Airline-Chef indes nicht.

"USA und Asien sind ja zwei verschiedene Paar Schuhe", erklärte von Hoensbroech im Interview. In den Vereinigten Staaten gebe es vergleichbare Werte bei Infektionen und Impfung wie in Europa. "Deswegen ist es richtig, dass sie jetzt geimpfte Menschen einreisen lassen werden."

In Asien hingegen hätten die Länder eine Zero-Covid-Strategie verfolgt. "Das hat sie besser durch die Pandemie gebracht, führt jetzt aber dazu, dass sie niedrigere Impfquoten haben." Somit steigt in Asien die Angst, dass die Infektionszahlen bei starkem Reiseverkehr wieder zunehmen könnten.

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Bei Einreisen aus fernen Ländern sind die Asiaten deshalb im Moment noch vorsichtig und untersagen touristische Reisen. "Das wird noch weit in das nächste Jahr hineingehen", lautet die Prognose des gebürtigen Kölners.

Und wenn es dann ermöglicht wird, verfolgen die asiatischen Staaten höchstwahrscheinlich eine ähnliche Strategie wie die USA jetzt - Geimpfte und Genesene dürfen dann unter Umständen zuerst einreisen. Sicher lässt sich das aber erst sagen, wenn es soweit ist.

Alexis von Hoensbroech gehört bereits seit 2005 zur Lufthansa-Gruppe und ist seit 2018 Chef der Austrian Airlines.

Titelfoto: Montage: 123RF/fotokot197, Austrian Airlines/Nicole Heiling

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