Bischof über Woelki-Affäre: "Hat viele Menschen kirchenkritischer gemacht"

Köln – Das umstrittene Vorgehen des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki (65) bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch hat nach Ansicht des Münsteraner Bischofs Felix Genn (71) auch anderen Bistümern erheblich geschadet.

Der Kardinal Rainer Maria Woelki (65) wollte ein erstes Missbrauchsgutachten zum Erzbistum Köln nicht veröffentlichen. (Archivfoto)
Der Kardinal Rainer Maria Woelki (65) wollte ein erstes Missbrauchsgutachten zum Erzbistum Köln nicht veröffentlichen. (Archivfoto)  © Andreas Arnold/dpa

"Klar ist, dass die Ereignisse in Köln im Laufe dieses Jahres viele Menschen deutlich kirchenkritischer gemacht haben. Und natürlich wirkt das auch auf die Menschen in unserem Bistum", sagte Genn der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Auch könne er die Frustration bei den Menschen nachvollziehen, die nicht verstünden, wenn Bischöfe nach Pflichtverletzungsvorwürfen rehabilitiert würden.

Auslöser der Krise im Erzbistum Köln war ursprünglich Woelkis Weigerung, ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen zu veröffentlichen. Er führte dafür rechtliche Gründe an.

ZdK-Präsidentin: Dauerkrise im Erzbistum Köln schadet ganzer Kirche
Religion ZdK-Präsidentin: Dauerkrise im Erzbistum Köln schadet ganzer Kirche

Im Zuge des dadurch entstandenen Streits entfremdeten sich der Kardinal und die wichtigsten Gremien des Erzbistums immer weiter voneinander. Das Verhältnis gilt mittlerweile als zerrüttet.

Der Münsteraner Bischofs Felix Genn (71) äußert Kritik an Kardinal Rainer Maria Woelki (65).
Der Münsteraner Bischofs Felix Genn (71) äußert Kritik an Kardinal Rainer Maria Woelki (65).  © Guido Kirchner/dpa

Derzeit ist Woelki in einer Auszeit, die noch bis Anfang März dauern soll.

Titelfoto: Montage: Guido Kirchner/dpa, Andreas Arnold/dpa

Mehr zum Thema Religion: