Kardinal Woelki übermittelt Forderungen an Papst: "Dass da nichts manipuliert wird"

Köln - Gläubige in Rainer Maria Woelkis (65) Kölner Erzbistum haben auf einer Internetplattform zur geplanten Weltsynode des Papstes weitgehende Reformforderungen erhoben.

Der Kölner Kardinal Rainer Marie Woelki (65) steht seit geraumer Zeit ordentlich in der Kritik.
Der Kölner Kardinal Rainer Marie Woelki (65) steht seit geraumer Zeit ordentlich in der Kritik.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Mehr als 1700 Menschen forderten überwiegend alles, was der Kardinal ablehnt: eine Überwindung des monarchisch-hierarchischen Aufbaus der katholischen Kirche, Gewaltenteilung, Ämter auf Zeit, demokratische Mitbestimmung bei der Bischofswahl, das Priesteramt für Frauen, Gleichstellung der Geschlechter, Abschaffung des Pflichtzölibats, Reform der katholischen Sexualmoral, Gottesdienste ohne Priester.

Woelki sagte am Montag, er werde diese Stimmen als Bote an den Vatikan übermitteln. "Bote heißt, dass ich garantiere, dass das, was dort gesagt und geschrieben worden ist, eins zu eins authentisch weitergegeben wird. Dass da nichts manipuliert wird. Und dass die Leute das Vertrauen haben dürfen: "Das, was wir denken, und das, was wir möchten, kommt da auch an."

Darauf angesprochen, dass er selbst in den meisten Punkten völlig anderer Meinung sei, sagte er: "Dass ich nicht mit allem persönlich übereinstimme, das ist doch, denke ich, kein großes Geheimnis."

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Und weiter: "Aber das ist jetzt hier auch gar nicht meine Rolle. Sondern meine Rolle ist es zunächst einmal, das dorthin zu bringen."

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Papst Franziskus (85) hatte die aus Woelkis Sicht umstrittene Weltsynode einberufen.
Papst Franziskus (85) hatte die aus Woelkis Sicht umstrittene Weltsynode einberufen.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Er finde es sehr wichtig, dass der Papst die Weltsynode einberufen habe.

"Dort ist der Ort, um über all das trefflich zu streiten, was der Papst dann da zu streiten vorlegen wird. Ich weiß nicht, welche Themen das sein werden. Ich hoffe für die Menschen hier bei uns in Deutschland, dass es die Dinge und die Fragen sein werden, die ihnen gegenwärtig auf den Nägeln brennen. Da gehört eben die Frage etwa des Zölibates dazu, da gehört dann eben die Frage des Zugangs zu den Diensten und Ämtern der verschiedenen Geschlechter dazu. Und dann wird dort darum zu ringen sein. Das macht die Buntheit einer synodalen Kirche aus, dass es da unterschiedliche Auffassungen gibt."

Die Weltsynode von Papst Franziskus ist nicht zu verwechseln mit dem Reformprozess Synodaler Weg, der sich auf Deutschland beschränkt.

Die Weltsynode von Papst Franziskus ist nicht zu verwechseln mit dem Reformprozess Synodaler Weg, der sich auf Deutschland beschränkt.

Titelfoto: Alessandra Tarantino/AP/dpa & Rolf Vennenbernd/dpa (Bildmontage)

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