Emanzipation: Frauen brechen aufgrund von Corona ein religiöses Tabu

Nepal - Auf ihrem steinigen Weg zur Emanzipation half ihnen ausgerechnet die Corona-Pandemie weiter: In Nepal war es Soldatinnen bislang strengstens verboten, tote menschliche Körper abzutransportieren. Doch dann kam Covid-19.

Kathmandu: Eine Frau betet während des Chhath-Festes zur aufgehenden Sonne.
Kathmandu: Eine Frau betet während des Chhath-Festes zur aufgehenden Sonne.  © Sulav Shrestha/XinHua/dpa

Das Himalaya-Land, das zwischen Indien und Tibet liegt, beharrt nach wie vor auf vielen patriarchalisch geprägten Traditionen. Doch im Zuge der Corona-Krise spielen sich in dem Land derzeit Szenen ab, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären, berichtet Gulf News Asia.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, werden zunehmend die helfenden Hände des Militärs benötigt - und damit auch die der Soldatinnen.

Sie absolvieren spezielle Trainings, verfolgen Kontaktwege nach und transportieren Leichen zu Krematorien - dies gilt eigentlich als Tabu, da es den Frauen aus religiösen Gründen untersagt ist, tote Menschen zu berühren.

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Die Pandemie hat jedoch alles verändert - und mittlerweile beweisen sich die Soldatinnen der nepalesischen Armee mehr und mehr als gleichwertig zu ihren männlichen Kollegen.

In Nepal (circa 28 Millionen Einwohner) haben sich bislang über 230.000 Menschen mit Corona infiziert. Mehr als 1500 sind an der Virusinfektion gestorben.

Titelfoto: Sulav Shrestha/XinHua/dpa, Screenshot Twitter @paavan11

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