Gläubige rebellieren offen gegen Kardinal Woelki

Köln - Im Erzbistum Köln verschärft sich die Vertrauenskrise rund um Kardinal Rainer Maria Woelki (64). Am Freitag stellte sich der Diözesanrat, die Vertretung der Laienvertreter, offen gegen den Erzbischof.

Die Vertrauenskrise um Kardinal Woelki (64) im Erzbistum Köln verschärft sich. Nun stellte sich die Vertretung der Laienvertreter offen gegen den Erzbischof.
Die Vertrauenskrise um Kardinal Woelki (64) im Erzbistum Köln verschärft sich. Nun stellte sich die Vertretung der Laienvertreter offen gegen den Erzbischof.  © Andreas Arnold/dpa

"Es ist schier unglaublich, wie sich die Leitung des Erzbistums verhält", kritisierte Tim Kurzbach, der Vorsitzende des Diözesanrats und Oberbürgermeister von Solingen (SPD).

"Wir befinden uns in der größten Kirchenkrise, die wir alle je erlebt haben. Der Erzbischof von Köln hat als moralische Instanz versagt und zeigt bis heute keine Haltung."

Woelki steht seit Monaten in der Kritik, weil er ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zur Verantwortung hochrangiger Kirchenvertreter bei der Verfolgung von Fällen sexuellen Missbrauchs zurückhält. Dies begründet er mit rechtlichen Bedenken.

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Der Diözesanrat forderte Woelki auf, das Angebot der Kanzlei Wespfahl Spilker Wastl anzunehmen, das von ihr erarbeitete Gutachten auf ihre alleinige Verantwortung auf ihrer Website zu veröffentlichen.

Als Konsequenz aus Woelkis Verhalten setzt der Diözesanrat seine Mitarbeit am sogenannten Pastoralen Zukunftsweg aus, einem von Woelki initiierten Programm zur Neuorganisation der Gemeinden im Erzbistum.

Zudem forderten die Laienvertreter die "sofortige Übernahme von persönlicher Verantwortung".

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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