Nach Attacken: Polizei verstärkt Kontrollen auf Synagogen und jüdische Stätten

München - Nach den Angriffen auf Synagogen in Deutschland werden auch in Bayern jüdische Einrichtungen von der Polizei wachsam kontrolliert.

Die Polizei in Bayern kontrolliert jüdische Einrichtungen in den nächsten Tagen verstärkt.
Die Polizei in Bayern kontrolliert jüdische Einrichtungen in den nächsten Tagen verstärkt.  © Armin Weigel/dpa

Der Schutz solcher Einrichtungen habe im Freistaat höchste Priorität, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in München am Mittwoch.

Derzeit gebe es aber keine Erkenntnisse zu konkreten Auswirkungen der Situation in Israel auf die Sicherheitslage bezüglich jüdischer Einrichtungen in Bayern.

Nach der Eskalation des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern waren vor Synagogen in Nordrhein-Westfalen israelische Flaggen angezündet worden. Außerdem wurde der Eingang eines jüdischen Gotteshauses mit Steinen beschädigt.

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Die bayerischen Polizeidienststellen würden nun "in eigener Zuständigkeit und unter Berücksichtigung der örtlichen Gefährdungslage alle erforderlichen polizeilichen Schutzmaßnahmen" ergreifen, erklärte der Ministeriumssprecher.

Er betonte, dass der Freistaat seit 2015 rund 24 Millionen Euro für Baumaßnahmen und Überwachungstechnik zur Verfügung gestellt habe, um jüdische Einrichtungen zu sichern.

Auch Schulen, Museen und Friedhöfe im Fokus

Neben Synagogen werden auch Schulen, Kindergärten, Museen oder Friedhöfe besonders geschützt.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich in den vergangenen Tagen wieder zugespitzt. Militante Palästinenser feuerten nach Angaben der israelischen Armee bisher mehr als 1000 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel ab.

Israels Luftwaffe habe ihrerseits Hunderte Ziele in dem abgeschotteten Küstengebiet attackiert. Auf beiden Seiten gab es Todesopfer.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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