Jüdisches Channuka unter strengen Corona-Regeln: Ungleichbehandlung?

München - Das achttägige jüdische Lichterfest Channuka wird ab diesem Donnerstag nach den Worten des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, aufgrund des Coronavirus mit erheblichen Einschränkungen gefeiert.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hält die Corona-Maßnahmen für richtig.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hält die Corona-Maßnahmen für richtig.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Das gewöhnlich vor allem im Familienkreis begangene Lichterfest unterliege der Auflage, dass nicht mehr als fünf Menschen aus zwei Hausständen zusammen kommen dürfen.

"Es ist eine Einschränkung", sagte Schuster der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist auch eine gewisse Ungleichbehandlung", meinte er mit Blick auf mögliche Ausnahmen, die für Christen beim Feiern des bevorstehenden Weihnachtsfestes geplant sind.

"Es ist aber der absolut richtige Weg", fügte Schuster hinzu, der auch dem Landesverband israelitischer Kultusgemeinden in Bayern als Präsident vorsteht.

Es habe im Vorfeld Gespräche zwischen Zentralrat und Bundesinnenministerium gegeben mit Verständnis auf beiden Seiten.

Schuster gab auch zu bedenken, dass Channuka für die Juden nicht den gleichen religiösen Stellenwert habe wie Weihnachten bei den Christen.

"Die orthodoxen Christen sind am 6. Januar vermutlich in der gleichen Situation", sagte Schuster.

Beim Channuka-Fest entzünden Juden an acht aufeinanderfolgenden Tagen traditionell acht Kerzen und Kinder bekommen Geschenke. Er selbst werde Channuka mit seinen Kindern und deren Familien in Etappen feiern, sagte Schuster. "Erst mit dem einen, dann mit dem anderen."

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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