Enormer Schaden für Kirche durch Woelki: Kardinal Marx nimmt kein Blatt vor den Mund

München - Der Münchner Kardinal Reinhard Marx (67) spricht in der Affäre um das zurückgehaltene Missbrauchsgutachten des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki (64) von einem großen Schaden für die katholische Kirche.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx (67) kritisiert das Verhalten des Kölner Kardinals deutlich.
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx (67) kritisiert das Verhalten des Kölner Kardinals deutlich.  © Tobias Hase/dpa

"Die Wirkung dessen, was da passiert, ist für uns alle außerordentlich negativ", sagte Marx der Augsburger Allgemeinen (Montag).

Woelki hatte die Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl damit beauftragt, für das Erzbistum Köln zu untersuchen, wie Bistumsverantwortliche in der Vergangenheit mit Missbrauchsvorwürfen gegen katholische Priester umgingen.

Das bereits seit Monaten vorliegende Gutachten hält Woelki aber unter Verschluss. Er führt dafür rechtliche Bedenken an und verweist stets auf die Veröffentlichung eines neuen Gutachtens am 18. März. Der von ihm beauftragte Strafrechtler Björn Gercke habe hierfür 236 Fälle aus dem Erzbistum Köln untersucht.

Mit 52 Jahren: Geistlicher Begleiter des Synodalen Weges gestorben
Religion Mit 52 Jahren: Geistlicher Begleiter des Synodalen Weges gestorben

Marx sagte der Zeitung weiter, dass das Gutachten für seine Diözese im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Verantwortliche benennen werde.

"Ich wünsche mir sehr, dass das Gutachten Klarheit schafft bei Verantwortlichkeiten. Das gilt selbstverständlich auch für meine Person und meine Verantwortungsbereiche", sagte der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Das Münchner Bistum hatte ebenfalls bei der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl ein Gutachten in Auftrag gegeben - untersucht wird der Zeitraum von 1945 bis 2019.

Das Gutachten soll Marx zufolge im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. "Ich kann und werde dort nicht eingreifen und das Gutachten beeinflussen", sagte er.

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

Mehr zum Thema Religion: