"Migranten ertrinken lassen": Kritik an Seenotrettung hat für Pfarrer ernste Konsequenzen

Nürnberg - Nach der Kritik eines evangelischen Pfarrers in Nürnberg an der Seenotrettung von Flüchtlingen verlässt dieser die Gemeinde.

Pfarrer Matthias Dreher wird aufgrund seiner Kritik an der Seenotrettung abgeordnet. (Symbolbild)
Pfarrer Matthias Dreher wird aufgrund seiner Kritik an der Seenotrettung abgeordnet. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Er werde mit seinem Einverständnis ab dem 15. November zu einem anderen Dienst abgeordnet, teilte der Nürnberger Regionalbischof Ark Nitsche am Dienstag mit. Der betroffene Pfarrer Matthias Dreher bestätigte, dass er die Melanchthonkirche Ende der Woche verlassen werde.

Dreher hatte sich im Korrespondenzblatt des Pfarrer- und Pfarrinnenvereins kritisch zur Seenotrettung geäußert und für große Empörung gesorgt. TAG24 berichtete über den Vorfall. 

Auch Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm widersprach der Ansicht Drehers öffentlich.

In dem Beitrag hatte Dreher argumentiert, dass die Flüchtlinge bewusst ihr Leben riskierten, um sich ihren Wunsch nach einem besseren Leben zu erfüllen. Das verpflichte Christen aber nicht "ethisch zu entsprechender Erfüllungshilfe". 

Und weiter: "Im Zuge der Zwei-Reiche-Lehre, die operative Struktur-Politik dem Staat überlässt, kann ein Christenmensch, soweit er nicht wie der Samariter einen Sterbenden vor sich sieht, Verantwortung vernachlässigende Migranten ertrinken lassen."

Mit der Abordnung Drehers ist für den Kirchenkreis das Thema jedoch noch nicht erledigt. "Die bereits laufende inhaltliche Auseinandersetzung mit ihm geht weiter, ohne den Frieden in der Gemeinde oder ihre Einheit weiter zu gefährden", hieß es in der Mitteilung Nitsches.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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