Missbrauchskommission: Bestürzung und Respekt für Marx' Schritt

München - Der angebotene Amtsverzicht des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (67), hat bei der jüngst gegründeten Aufarbeitungskommission seines Bistums Bestürzung und Respekt ausgelöst.

Kardinal Reinhard Marx (67) hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten.
Kardinal Reinhard Marx (67) hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten.  © Peter Kneffel/dpa

"Reinhard Kardinal Marx hat durch diese Entscheidung deutlich gemacht, dass der bisherige Aufarbeitungsprozess nicht ausreicht und eine neue Qualität erhalten muss", teilte die Vorsitzende für die Kommission zur Aufarbeitung sexueller Missbrauchsfälle im Bistum, die Schulpsychologin Michaela Huber (68), am Sonntag mit.

Die Kommission war kürzlich eingerichtet worden, um Missbrauchsfälle im Bistum aufzuarbeiten und dabei auch aufzuzeigen, wie mit Opfern und Tätern umgegangen wurde.

Marx habe "nicht nur eine vordergründige, juristische und zum Teil der Problematik nur bedingt angemessene Form der finanziellen Entschädigung im Auge", sagte Huber.

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"Sondern auch die Notwendigkeit einer tiefergehenden, strukturellen und gesellschaftlich-soziologischen Veränderung der Institution Kirche. Das unterscheidet ihn von den meisten seiner Amtsbrüder", wie es in der Mitteilung hieß.

Marx hatte am Freitag mitgeteilt, Papst Franziskus seinen Rücktritt vom Bischofsamt angeboten zu haben. Er wolle damit ein Zeichen setzen und Verantwortung übernehmen für Strukturen in der katholischen Kirche, die massenhaften sexuellen Missbrauch über Jahrzehnte möglich machten.

Die Kommission hoffe "sehr, dass Papst Franziskus sieht, welche Chance diese klare Positionierung von Kardinal Reinhard Marx für das Bistum München-Freising und vielleicht überhaupt für die deutsche katholische Kirche bedeutet".

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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