Theologe übt deutlich Kritik: Papst Franziskus nicht eindeutig

München/Rom/Eichstätt - Der Eichstätter Theologe Martin Kirschner (47) wünscht sich nach dem abgelehnten Rücktrittsgesuch des Münchner Erzbischofs, Kardinal Reinhard Marx (67), mehr Klarheit von Papst Franziskus (84).

Papst Franziskus (84, r.) hat den Rücktritt des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (67), abgelehnt.
Papst Franziskus (84, r.) hat den Rücktritt des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (67), abgelehnt.  © Filippo Monteforte/POOL AFP/AP/dpa

"Das Zeichen von Kardinal Marx war in der Beziehung eindeutig. Das des Papstes noch nicht", erklärte der Professor für Theologie in Transformationsprozessen an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt entsprechend im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

"Was zählt, sind die Taten, nicht die Worte. Und da bin ich unsicher, ob sich der Papst selbst wirklich genug der Reichweite der Krise und der Perspektive des Betroffenen ausgesetzt hat, gerade, wenn es um Deutschland geht", sagte Kirschner. "Der Aufruf zur inneren Umkehr darf kein Ersatz sein für personelle Konsequenzen, dort, wo sie nötig sind."

Papst Franziskus hatte den Rücktritt von Kardinal Marx am Donnerstag, abgelehnt - überraschend und sehr schnell, weniger als einer Woche nach der Bekanntgabe des Rücktrittsgesuchs.

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Marx hatte wegen des Missbrauchsskandals in der Kirche auf sein Amt verzichten wollen.

Kardinal Reinhard Marx (67) hatte ein Rücktrittsgesuch gestellt.
Kardinal Reinhard Marx (67) hatte ein Rücktrittsgesuch gestellt.  © Lennart Preiss/dpa

"Der Papst schreibt 'jede Reform beginnt bei sich selbst' - aber wenn sie dort auch schon endet, ist es kleine wirkliche Reform, zumal wenn man ein öffentliches Amt bekleidet", sagte Kirschner.

Titelfoto: Filippo Monteforte/POOL AFP/AP/dpa

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