Vorgeschriebene Worte nicht eingehalten: Viele Taufen ungültig?

Rom - Papst Franziskus (83) pocht auf das strikte Einhalten der Taufformel in der katholischen Kirche. Wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte, muss eine Taufe exakt mit den vorgegebenen Worten erfolgen. Selbst kleine Veränderungen seien untersagt. 

Papst Franziskus (83) pocht auf striktes Einhalten von Traditionen.
Papst Franziskus (83) pocht auf striktes Einhalten von Traditionen.  © Tiziana Fabi/AFP Pool/dpa

Die "Lehrmäßige Note" dazu ist vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kurienkardinal Luis Ladaria, unterschrieben. Der 83-jährige Papst habe sie "gutgeheißen". 

Wurde die Formel absichtlich geändert, sei die Taufe nicht gültig, schreiben die Kirchenoberen.

Die Taufformel lautet "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Darin dürfe zum Beispiel das erste Wort "Ich" nicht durch "Wir" ersetzt werden, stellt der Vatikan klar. Anlass dafür seien einige Vorkommnisse mit Änderungen gewesen.

"Das Verändern der sakramentalen Formel bedeutet auch, das Wesen des kirchlichen Amtes nicht zu verstehen, das immer Dienst an Gott und seinem Volk ist und nicht die Ausübung einer Macht, die bis zur Manipulation dessen geht, was der Kirche in einer Handlung, die der Tradition angehört, anvertraut worden ist", heißt es in dem Schreiben.

Der Vatikan nennt als Beispiel für eine Taufe, die nicht korrekt sei, die Formulierung: "Im Namen von Papa und Mama, des Paten und der Taufpatin, der Großeltern, der Familienmitglieder, der Freunde, im Namen der Gemeinschaft taufen wir dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Priester agieren im Namen der Kirche

Eine Wasserkaraffe und Chrisamöl in einem Glasflakon stehen in der katholischen Kirche St. Josef in Bamberg am Rande des Taufbeckens für eine Taufe bereit.
Eine Wasserkaraffe und Chrisamöl in einem Glasflakon stehen in der katholischen Kirche St. Josef in Bamberg am Rande des Taufbeckens für eine Taufe bereit.  © picture alliance / dpa

Der Priester agiere beim Aufnehmen des Täuflings in die Gemeinde nicht im eigenen Namen, sondern in dem der Kirche. 

Selbst wenn die Änderung mit guter Absicht erfolge, sei sie nicht zulässig. Im Schreiben ist von einer "alten Versuchung mit fragwürdigen Beweggründen pastoraler Natur" die Rede.

Wie das kirchliche Medienportal "Vatican News" am Donnerstag schrieb, hatte die Kongregation für Glaubenslehre bereits 2008 auf zwei ähnlich gelagerte Fragen zum Taufsakrament geantwortet, dass solche Taufen nicht gültig seien. Durch die Taufe wird ein Mensch in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen.

Erst vor kurzem hatte eine Instruktion aus dem Vatikan unter deutschen Katholiken Verärgerung ausgelöst. Das Schreiben, das im Juli verbreitet wurde, verbietet die Leitung von Pfarrgemeinden durch ein gleichberechtigtes Team von Priestern und Nicht-Klerikern. 

Außerdem wird die Zusammenlegung von Gemeinden untersagt - abgesehen von Ausnahmefällen. Beides ist aber in Deutschland weit verbreitete Realität, weil es vielfach nicht genug Priester gibt.

Titelfoto: Tiziana Fabi/AFP Pool/dpa

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