ZdK-Präsidentin: Dauerkrise im Erzbistum Köln schadet ganzer Kirche

Köln - Die Dauerkrise um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (65) belastet nach Einschätzung der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp (66), die ganze katholische Kirche.

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp (66).
Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp (66).  © Sebastian Cgollnow/dpa

"Die immer noch nicht gelöste Krise im Erzbistum Köln, auch das Nichthandeln des Vatikan, belastet und schädigt die katholische Kirche als Ganze", sagte Stetter-Karp der Rheinischen Post (Düsseldorf).

Im Erzbistum Köln lasse sich "wie in einem Brennglas erkennen, dass ein Weiter-So nicht zu verantworten" sei.

"Die Situation in Köln liefert alle Beweise, wie die Zeit für Reformen drängt und keinen, aber auch wirklich gar keinen Aufschub mehr duldet."

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Stetter-Karp äußerte sich auch kritisch dazu, dass Papst Franziskus immer noch nicht entschieden habe, ob Woelki nun Erzbischof bleibe oder nicht.

Woelki hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten, die Gläubigen im Erzbistum Köln aber gleichzeitig um eine zweite Chance gebeten.

Nach Einschätzung von Stetter-Karp schadet der "anhaltende Schwebezustand allen, am Ende auch dem Kardinal selbst".

Warum zahlte das Bistum Köln einem Priester die Spielschulden in riesiger Höhe?

In einer ganzen Serie von Skandalen und Fehlschlägen war zuletzt bekannt geworden, dass das Erzbistum Köln insgesamt 1,15 Millionen Euro für einen überschuldeten Priester gezahlt hatte. Der Priester habe knapp 500.000 Euro Schulden gehabt, hatte ein Sprecher des Erzbistums bestätigt.

Die nachträgliche Versteuerung samt Zinsen habe das Erzbistum noch einmal knapp 650.000 Euro gekostet. Die Mittel seien zum Teil aus einem Sondervermögen entnommen worden, aus dem auch die Zahlungen an Opfer von sexuellem Missbrauch geleistet werden.

Männer und Frauen, die im Kindesalter von katholischen Priestern sexuell missbraucht worden waren, hatten in der Vergangenheit oft nur ein paar tausend Euro erhalten.

Titelfoto: Sebastian Cgollnow/dpa

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