Alles für das Auerhuhn: Relikt des Kalten Krieges muss weichen

Bayreuth - Die vom Aussterben bedrohten Auerhühner sollen im Fichtelgebirge ungestört leben können.

Auerhühner sind sehr selten und extrem scheu.
Auerhühner sind sehr selten und extrem scheu.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Auf dem Schneeberg gibt es noch eine Population - mutmaßlich die einzige im Freistaat abseits der Alpen und des Bayerischen Waldes.

Ihr Lebensraum solle geschützt werden, sagte Jörg Hacker, Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge.

Im Frühjahr war für den Schneeberg ein neues Wege-Konzept vorgestellt worden - damit Wanderer und Touristen die Auerhühner nicht stören. Der jahrelang militärisch genutzte und damit nicht zugängliche Schneeberg ist ein Naturschutzgebiet mit Wegegebot.

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Allerdings habe man eigentlich nicht gewusst, "was ist Weg, was nicht?", sagte Hacker. Nun sei der Wanderweg-Verlauf klar und der Lebensraum der Auerhühner könne noch besser abgeschirmt werden.

Es sei wichtig, dass Ausflügler auf den Wegen blieben. Gerade im Winter dürften die Auerhühner nicht aufgeschreckt werden, weil sie dann zu viel Energie benötigten.

Wie viele Auerhühner genau am Schneeberg leben, weiß man laut Hacker nicht. Die Tiere seien extrem scheu. "Man kann das ganz schlecht abschätzen."

Mensch und Natur profitieren von Ruhezonen

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die US-amerikanischen Streitkräfte den Schneeberg, auch die Bundeswehr war auf dem 1053 Meter hohen Berg aktiv, unter anderem wurde ein Fernmeldeturm errichtet. Nach Ende des Kalten Krieges wurde der Berg nicht mehr für militärische Zwecke benötigt. Übrig geblieben sind aber noch Zäune, die eine Gefahr für die Tiere dort dargestellt haben. Auch sie wurden im Zuge des neuen Wege-Konzepts abgebaut.

Die Maßnahmen am Schneeberg dienten sowohl dem Naturschutz als auch der Attraktivität des Berges für Touristen, hatte Umweltminister Thorsten Glauber (51, Freie Wähler) im Frühjahr betont.

"Die Rückzugsgebiete des Auerhuhns werden wieder zu echten Ruhezonen. Von den geplanten Maßnahmen profitieren Mensch und Natur gleichermaßen."

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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