Mäuseplage nimmt biblische Ausmaße an: Kontinent wird von Nagern überschwemmt

Australien - Buschfeuer, Dürre, Corona-Pandemie: Australien musste in den letzten zwei Jahren gleich mehrere Krisen auf einmal bewältigen. Nun wird der gebeutelte Kontinent auch noch von einer Mäuseplage heimgesucht.

Eine einzelne Maus mag niedlich sein, doch in der Masse können die kleinen Nager großen Schaden anrichten.
Eine einzelne Maus mag niedlich sein, doch in der Masse können die kleinen Nager großen Schaden anrichten.  © Arno Burgi/ZB/dpa

Es ist wie eine Pest von biblischem Ausmaß, berichtet der Guardian.

Der Osten Australiens wird derzeit von Mäusen und Ratten geradezu überschwemmt. Der Grund für die Plage liegt offenbar in den üppigen Sommer-Regenfällen nach jahrelanger Trockenheit.

Durch den vielen Niederschlag finden die Nagetiere nun jede Menge Nahrung und fressen damit den Bauern die Ernte weg.

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Erschreckende Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie Felder in Queensland und New South Wales geradezu von Mäusen überrannt werden.

In den Städten sieht die Lage nicht viel besser aus: Über Nacht dringen die Nager in Geschäfte, Lüftungsschächte und Lagerhäuser ein und knabbern allerlei Vorräte und andere Materialien an, die dann am nächsten Morgen weggeschmissen werden müssen.

Natürlich hinterlassen die Tiere auch ihren Kot, der für einen unerträglichen Gestank sorgt. Mancherorts schafft es die ein oder andere Maus sogar in einen Kühlschrank hinein, aus dem sie dann nicht mehr herauskommt und somit jämmerlich erfriert. Auch in großen Wassertanks wurden bereits mehrere Mäusekadaver gefunden.

Mancherorts wehren sich die Menschen gegen die tierische Pest und fangen dabei bis zu 500 Mäuse pro Nacht (!) ein.

Heftige Mäuseplage: Ein Maus-Weibchen kann bis zu 50 Babys pro Jahr zur Welt bringen

Nun überlegen die lokalen Regierungen der betroffenen australischen Bundesstaaten, geschädigte Bauern und Unternehmer finanziell zu entlasten. Bislang wurde jedoch noch keine Entscheidung getroffen.

Dass sich die Schädlinge wahnsinnig schnell vermehren können, macht die Situation nicht besser: Ein Mäuse-Weibchen kann bereits ab einem Alter von sechs Wochen trächtig werden und bis zu 50 Babys pro Jahr zur Welt bringen.

Inzwischen geht die Mausplage soweit, dass nicht mehr nur Nahrung, sondern offenbar auch schon Menschen angeknabbert werden: So berichtet der Guardian von drei bekannten Vorfällen, in denen Patienten in Krankenhäusern von Mäusen gebissen wurden.

Titelfoto: Arno Burgi/ZB/dpa

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