Bis zu 130.000 Elefanten bedroht: Massives Ölfeld inmitten der Wildnis sorgt für Entsetzen

Botswana/Namibia - Wird Zehntausenden Dickhäutern das Wasser abgegraben? Die Planungen für ein riesiges neues Ölfeld könnten eines der letzten unberührten afrikanischen Naturparadiese zerstören.

Ein toter Elefant liegt an einer Wasserstelle. Erst vergangenes Jahr blickte die Welt auf das Okavango-Delta, nun kommt die nächste schlechte Neuigkeit aus der Region.
Ein toter Elefant liegt an einer Wasserstelle. Erst vergangenes Jahr blickte die Welt auf das Okavango-Delta, nun kommt die nächste schlechte Neuigkeit aus der Region.  © Uncredited/hons/AP/dpa

Das Okavango-Delta in Botswana gehört zu den wertvollsten und wichtigsten Ökosystemen Afrikas.

Leider hat inzwischen auch der Mensch den Wert der unberührten Wildnis erkannt: Wie der Guardian berichtet, soll inmitten des Deltas eine weitverzweigte Ölförderanlage entstehen.

Aktivisten und Naturschützer befürchten, dass das geplante Ölfeld, das sich über Teile Namibias und Botswanas erstrecken würde, das regionale Ökosystem nachhaltig beschädigen und angestammte Wildtier-Gemeinschaften zerstören könnte.

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Nach dem mysteriösen Elefantensterben vor einem Jahr, das schließlich auf Blaualgen zurückgeführt werden konnte, hatte die Regierung Botswanas eigentlich versprochen, besser auf die Elefanten-Populationen und die Qualität der Gewässer aufzupassen.

Wirtschaftliche Interessen scheinen dies nun jedoch zu verhindern. Sollten die Bebauungspläne tatsächlich durchgeführt werden, wären bis zu 130.000 Elefanten aufgrund von Wassermangel in Lebensgefahr - zusammen mit unzähligen weiteren Tierarten.

Geplantes Ölfeld wäre eine Katastrophe für Umwelt- und Klimaschutz, warnen Experten

Eine Gruppe Elefanten im Chobe-Nationalpark in Botswana.
Eine Gruppe Elefanten im Chobe-Nationalpark in Botswana.  © kavram/123RF

"Jedes Element dieses Prozesses - von neuen Straßen über Bohranlagen, Raffinerien bis hin zu Terminals - wird die lokalen Gemeinschaften zerstören, die von Landwirtschaft und Fischerei abhängig sind", sagt Nnimmo Bassey, Direktor der Health of Mother Earth Foundation und Vorsitzender von Oilwatch Africa.

"Wir sind fest davon überzeugt, dass die stabile Energiewirtschaft der Region auf umwelt- und sozialverantwortliche Weise entwickelt werden kann", argumentiert hingegen ein Unternehmenssprecher der Ölwirtschaft. Das Projekt würde außerdem sehr viele Arbeitsplätze entstehen lassen und der Region enorme wirtschaftliche Vorteile bringen.

Klimaschutz-Experten betonen, dass die Gewinnung von Milliarden Barrel fossiler Brennstoffe aus einem riesigen neuen Ölfeld in Afrika aktuellen politischen Klimazielen direkt widersprechen würde - mit potenziell katastrophalen Folgen für das Weltklima.

Titelfoto: kavram/123RF

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