Rekord-Geburten bei Helgoländer Kegelrobben

Helgoland - Neuer Höchststand bei den Kegelrobbengeburten auf Helgoland. In der Wurfsaison 2020/21 sind bis zum 6. Januar 652 Jungtiere geboren worden, teilte der Verein Jordsand mit, der den Kegelrobbenbestand gemeinsam mit der Gemeinde betreut.

Helgoland: Eine junge Kegelrobbe und das Muttertier liegen am am Strand der Düne vor der Hochseeinsel Helgoland. (Archivbild)
Helgoland: Eine junge Kegelrobbe und das Muttertier liegen am am Strand der Düne vor der Hochseeinsel Helgoland. (Archivbild)  © dpa/Bodo Marks

Das sind 119 Geburten mehr als im Vorjahr, da wurden 531 Geburten gezählt. Der Rekord des vergangenen Winters wurde demnach bereits am 8. Dezember 2020 gebrochen.

Seit der ersten erfassten Kegelrobbengeburt auf der Helgoländer Düne im Winter 1996/97 stieg die Geburtenzahl jährlich. Eine Besonderheit in der diesjährigen Saison war die erste Kegelrobbengeburt auf der Hauptinsel.

Die meisten Kühe haben ihre Jungen nun bekommen und sind damit beschäftigt, die Kleinen zu säugen und zu schützen, wie der Verein Jordsand weiter mitteilte. "Viele Jungtiere sind bereits abgestillt und im Fellwechsel."

Das erste Jungtier dieser Saison wurde am 2. November geboren. Seitdem kamen nach Angaben des Vereins Jordsand nach und nach immer mehr trächtige Kegelrobbenkühe an die Strände der Düne.

Bis zu 38 Jungtiergeburten am Tag wurden dabei registriert. Auf der Düne wurde es schnell eng.

Strände wurden temporär geschlossen

Ein Kegelrobbenbaby liegt am Strand einer Düne vor Helgoland. (Archivbild)
Ein Kegelrobbenbaby liegt am Strand einer Düne vor Helgoland. (Archivbild)  © DPA/Picture Alliance

Um die Tiere vor Störungen und Menschen vor Verletzungen durch wachsame Muttertiere oder Bullen zu schützen, wurden die Strände temporär geschlossen.

Damit Besucher trotzdem spazieren gehen und das Naturschauspiel beobachten können, sei der erweiterte Panoramaweg am Nordstrand der Düne geöffnet worden, teilte der Verein Jordsand mit.

Zusätzlich gab es neue Beobachtungsmöglichkeiten am Südstrand sowie Fotobuchten, die aufgrund der Coronasituation allerdings im Gegensatz zu sonst die meiste Zeit ziemlich exklusiv für die Helgoländer waren.

Die Kegelrobbe gilt als größtes Raubtier Deutschlands. Die Bullen können bei einer Länge von bis zu 2,30 Metern ein Gewicht von über 300 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Weibchen werden bis zu zwei Meter lang und bis zu 185 Kilogramm schwer.

Ein erwachsenes Tier frisst täglich bis zu sechs Kilogramm Fisch und andere Meerestiere. Als angeblicher Konkurrent der Fischer waren Kegelrobben über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet.

Heute gibt es im Wattenmeer wieder mehrere Kolonien mit Jungen.

Titelfoto: DPA/Picture Alliance

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