Bund soll Fliegenplage in sächsischer Stadt stoppen: Hilfe kommt frühestens nach dem Sommer!

Wildenfels - Das Thermometer muss nur mal über 15 Grad klettern, dann wird der Ortsteil Schönau von Millionen ekeliger Fliegen überfallen. Dieses Nebenprodukt der ortsansässigen Kompostieranlage hat es jetzt sogar in den Bundestag nach Berlin geschafft. Und auch das Zwickauer Landratsamt zieht dem Betreiber nun die Daumenschrauben an.

Der Komposthaufen der Nation produziert Millionen Fliegen als Nebenwirkung.
Der Komposthaufen der Nation produziert Millionen Fliegen als Nebenwirkung.  © Montage: Maik Börner, Archiv

Aus ganz Sachsen und darüber hinaus wird der Inhalt der braunen Tonnen nach Wildenfels gebracht. In einem zweistufigen Produktionsprozess wird Komposterde hergestellt.

Doch für die zweite Rotte weigert sich der Betreiber bisher beharrlich, eine Umhausung zu errichten - hier ist die Brutstätte einer Fliegenplage biblischen Ausmaßes.

Matthias Joram von der Bürgerinitiative: "Man kann nicht mehr ins Freie, auch Lüften ist kaum möglich. Sofort hast du tausende Fliegen um dich herum."

In seiner Not wandte er sich an seinen Bundestagsabgeordneten. Carsten Körber (CDU): "Wir haben darauf hingewirkt, dass die Technische Anleitung Luft nun verschärft und die Umhausung zwingend vorgeschrieben wird."

Bis Sommer sollte dies beschlossen sein. Wohl erst danach würde gebaut.

Bundestagsmitglied Carsten Körber schickt die Fliegen nach Berlin.
Bundestagsmitglied Carsten Körber schickt die Fliegen nach Berlin.  © imago images/Future Image/C. Hardt

Auch das Umweltamt des Landkreises hat den Fliegenproduzenten jetzt auf den Kieker. Es wurde bereits ein Zwangsgeld festgesetzt und Zwangsmaßnahmen angedroht. Bis Ende des Monats soll die Firma seine Baupläne vorstellen.

In Schönau hofft man nun, dass 2021 der letzte Fliegensommer sein wird.

Titelfoto: Montage: Maik Börner, Archiv, imago images/Future Image/C. Hardt

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