Coronavirus: Immer mehr Haustiere landen auf der Straße!

Türkei - Die Situation rund um die Coronakrise stellt auch für Tiere eine echte Herausforderung dar! Nun müssen Haustiere fürchten, von ihren Besitzern auf die Straße gesetzt zu werden. 

Viele Tiere müssen aufgrund von Falschmeldungen gerade um ihr Zuhause fürchten.
Viele Tiere müssen aufgrund von Falschmeldungen gerade um ihr Zuhause fürchten.  © 123RF/ Annette Rppel

Millionen Straßentiere müssen derzeit Hunger leiden, weil sie nicht ausreichend Futter finden.

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass streunende Hunde und Katzen nun weder auf Essensreste von Passanten, noch von Hotels hoffen können. Stattdessen sind sie komplett auf sich allein gestellt.

Doch jetzt müssen sogar Haustiere um ihr Heim bangen. Zahlreiche Gerüchte, die im Internet über das Coronavirus kursieren, machen den Vierbeiner das Leben schwer. 

Eine bisher unbewiesene Behauptung, dass Covid-19 auch von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann, bringt immer mehr Besitzer dazu, ihre Haustiere so schnell es geht, loswerden zu wollen. 

Die einfachste Methode ist es, diese einfach auszusetzen. Dieser beunruhigende Trend trifft vor allem bei türkischen Tierbesitzern auf Gehör, wie IBTimes berichtet. 

Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) haben wiederholt erklärt, dass sich das SARS-CoV-2-Virus nur durch Übertragung von Mensch zu Mensch und nicht von Tier zu Mensch verbreitet. 

"Menschen setzen ihre Katzen, Hunde und sogar ihre Vögel aus, obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass sie Menschen infizieren können", so Professor Murat Arsalan, Leiter der Istanbuler Veterinärkammer. 

Das Virus kann sich vom Menschen auf das Tier übertragen, aber nicht umgekehrt.

Seit März ist die Population der Straßenhunde um 20 Prozent angestiegen

Neben Hunden leiden besonders Katzen unter der aktuellen Situation.
Neben Hunden leiden besonders Katzen unter der aktuellen Situation.  © 123RF/ rawpixel
Berichten zufolge wurden rund 100 Hunde in einem Wald in der Nähe von Istanbul, dem Epizentrum der Pandemie in der Türkei, ausgesetzt.

Seit das Coronavirus im März das Land erreicht hat, ist die Population der Straßenhunde um 20 Prozent angestiegen. 

"Die Menschen lassen ihre Haustiere außerhalb unserer Büros zurück oder rufen uns an und fragen, ob sie sie uns überlassen oder in Tierheimen abgeben sollen", erklärte Penlin Sayilgan, Vertreter des türkischen Tierrechtsverbandes Haytap.

Neben Ankara und Istanbul berichten auch Tierschützer in anderen türkischen Großstädten wie Eskisehir und Bursa über ähnliche Trends. 

Nun sollen die Gemeinden zur Verantwortung gezogen werden

Emre Demir, ein Aktivist in Bursa, berichtete, sein Tierrechtsverband bemerkte seit Beginn der Pandemie einen Anstieg der Anrufe von Menschen, die nachfragen, wo sie ihre Tiere lassen sollen.

Um die Straßentiere mit ausreichend Nahrung zu versorgen, fordern türkische Tierschützer, dass es die Pflicht der Gemeinden ist, dafür zu sorgen, dass die Tiere nicht verhungern.

Doch es gibt noch Hoffnung für die Streuner:

Tierschutzorganisationen wie Haytap und HayConFed werden mobilisiert, um verlassene Tiere aufzunehmen und in Tierheimen unterzubringen. Behörden in Großstädten wie Istanbul und Ankara haben sogar Essensräume eingerichtet, um bedürftige Tiere zu füttern.

Titelfoto: 123RF/ Annette Rppel

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