Deutscher Zirkus im Ausland gestrandet: Jetzt geht den Tieren das Futter aus!

Weibern (Österreich) - Im österreichischen Ort Weibern sollten seit dem 13. März die 15 Tiere eines deutschen Zirkus auftreten, doch wegen der Corona-Ausbreitung kam es nie dazu.

Ein Zirkuszelt steht auf einer Brache. (Symbolbild)
Ein Zirkuszelt steht auf einer Brache. (Symbolbild)  © dpa/Moritz Frankenberg

Es ist keine leichte Zeit für den Familienzirkus Alfoni. Zirkus-Chefin Yvonne Spindler sitzt momentan mit ihrem Team, den Kindern (3, 5) und zahlreichen Tieren in Oberösterreich fest. 

Die Shows entfallen, Geld bleibt aus, Futter wird knapp und nach Hause kommt die Familie nun auch nicht mehr, weil die Grenzen dicht sind.

"Wenn die Saison in den Sommermonaten nicht so gut lief, traten wir bisher mit kleineren Shows auch mal in Seniorenheimen oder Schulen auf. Aber derzeit steht alles still", erklärt Yvonne Spindler die schwierige Situation in der österreichischen Tageszeitung "Heute".

"Bislang sind wir über die Runden gekommen. Aber unsere Vorräte werden natürlich auch weniger", fuhr sie im Interview fort. Versorgen muss die Zirkus-Frau zwei Hunde, je drei Ziegen und Ponys sowie ein Reitpferd, zwei Hasen und zwei Enten.

Nun freut sich die Zirkus-Familie, wenn Anwohner des 1700-Seelen-Dorfes vorbeikommen und verschiedenes Futter spenden könnten. 

"Ob Karotten, Äpfel, Heu oder anderes Futter - wir sind für alles sehr dankbar", so die Zirkus-Chefin im "Heute"-Gespräch.

Ebenso schwierige Lage in Privat-Zoos

Ein weißes Alpaka des "Weißen Zoos" in Kernhof, Niederösterreich.
Ein weißes Alpaka des "Weißen Zoos" in Kernhof, Niederösterreich.  © Facebook/Kameltheater Kernhof

Mit einer ähnlichen Situation sieht sich Herbert Eder konfrontiert. Er leitet einen privaten Zoo in Niederösterreich.

Während bei den großen Zoos Bund, Land oder Gemeinde in die Bresche springen und wesentliche Kosten tragen würden, müsse Direktor Eder alles selbst zahlen.

Laut "Heute" finden sich in seinem Tierpark richtige Raritäten. Denn die Tiere sind allesamt weiß, was bei manch einer Art durchaus selten vorkäme. Auch das weltweit einzigartige Kameltheater gibt es in Eders Zoo in der Gemeinde Kernhof.

Über die fünf Monate Winterpause, in denen der "Weiße Zoo" geschlossen blieb, kam man gut hin. Doch jetzt sollten sich eigentlich die Türen öffnen. Zahlreiche Besuchergruppen meldeten sich an und hätten dringend benötigtes Geld für Rundgänge und Shows gezahlt.

"Alle Busse, alle Besuchergruppen haben bereits storniert", sagt Rainer Zöchling, Eders Sohn, der den Zoo seit diesem Jahr leitet.

Doch die Kamele, Nasenbären, Tiger, Alpakas, Kängurus und viele weitere Tiere müssen versorgt werden. Wenn das Besuchergeld weiterhin aus bleibt, wird auch hier das Futter knapp.

So könnt Ihr betroffenen Tieren und Betreibern helfen

"Allein die 30 Raubkatzen brauchen rund 110 Kilogramm Rindfleisch am Tag", erklärt Herbert Eder die kritische Lage. Zudem kämen Spezialfutter und Nahrungsergänzungsmittel aus Deutschland nicht an, weil die Grenzen geschlossen sind.

"Wir haben vier Pfleger, zwei arbeiten täglich im Notbetrieb, zwei bleiben aus Sicherheitsgründen immer daheim. Natürlich kann und will ich keinen entlassen. Ich kann auch niemanden in Kurzarbeit schicken. Der Arbeitsaufwand ist ja - bis auf die wegfallenden Führungen und Gastro - derselbe", so Herbert Eder zu "Heute".

Und weiter: "Ich kann ja die Raubkatzen nicht erschießen oder einfach rauslassen und sich selbst überlassen und sagen: So jetzt sucht euch das Futter im Ort."

Sein "Weißer Zoo" nimmt nun Spenden auf einem eigens eingerichteten Konto an. Die Details gibt es auf der Facebookseite des angeschlossenen Kameltheaters. Zirkussen in Not kann man über circushilfe.org helfen.

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Titelfoto: dpa/Moritz Frankenberg, Facebook/Kameltheater Kernhof

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