Die extreme Kälte hat NRW fest im Griff: Was ist mit den Tieren?

Düsseldorf - "Die armen Tiere", denkt mancher angesichts zugefrorener Böden und dichter Schneedecken. Natürlich ist es für Rehe, Eichhörnchen und Vögel jetzt schwieriger, Nahrung zu finden, aber die Natur hat vorgesorgt.

Die zweistelligen Minusgraden in den nächsten Tagen stellen für die Natur kein Problem dar. Pflanzen und Tiere sind auf harte Winter eingestellt.
Die zweistelligen Minusgraden in den nächsten Tagen stellen für die Natur kein Problem dar. Pflanzen und Tiere sind auf harte Winter eingestellt.  © 123RF/Pavol Klimek

Der strenge Frost mit zweistelligen Minusgraden in den nächsten Tagen stellt für die Natur kein Problem dar. "Pflanzen und Tiere sind auch auf harte Winter eingestellt", sagte Nabu-Sprecherin Birgit Königs, "da brechen keine Bestände zusammen, auch wenn einzelne Tiere diesen Winter nicht überleben."

Aus Sicht der Natur sei das sogar ein sinnvoller Prozess, um den Arterhalt mit gesunden Tieren in der nächsten Generation zu garantieren.

Für die Nacht zum Dienstag hatte der DWD in Nordrhein-Westfalen meist strengen Frost bei minus 9 bis minus 16 Grad vorhergesagt. Auch für die folgenden Nächte werden demnach ähnliche zweistellige Tiefstwerte bis minus 15 oder bei aufklarendem Himmel sogar stellenweise bis minus 17 Grad erwartet.

Waschbär kuschelt mit Reh: Dahinter steckt eine bezaubernde Geschichte
Tiere Waschbär kuschelt mit Reh: Dahinter steckt eine bezaubernde Geschichte

Tiere wie Rehe oder Wildschweine bräuchten bei Schnee und Eis natürlich länger für die Futtersuche, sagte Königs.

Generell habe die Natur aber viele wirksame Strategien gegen strenge Kälte entwickelt: Bäumen ziehen die Nährstoffe aus den Blättern in den Stamm und werfen dann die Blätter ab, Tiere suchen geschützte Stellen oder verfallen in Winterschlaf wie der Igel und die Fledermaus oder in Winterruhe wie der Dachs.

Das Eichhörnchen ruht im Winter meist in seinen geschützten Quartieren, wird aber auch immer wieder wach und sucht Nüsse und andere Nahrung aus den vorher angelegten Vorratsverstecken.
Das Eichhörnchen ruht im Winter meist in seinen geschützten Quartieren, wird aber auch immer wieder wach und sucht Nüsse und andere Nahrung aus den vorher angelegten Vorratsverstecken.  © Stefan Jaitner/dpa

Extreme Kälte bekämpft Schädlinge

Der strenge Frost hilft dabei, den Bestand der lästigen Borkenkäfer zu verringern. Die Kälte kann die Schädlinge jedoch nicht ganz auslöschen.
Der strenge Frost hilft dabei, den Bestand der lästigen Borkenkäfer zu verringern. Die Kälte kann die Schädlinge jedoch nicht ganz auslöschen.  © Armin Weigel/dpa

Harte Winter trügen auch dazu bei, Schädlinge wie den Borkenkäfer zu dezimieren, sagte Friedrich Louen vom Landesbetrieb Wald und Holz.

Borkenkäferlarven und Puppen, die sich unter Fichtenrinden eingenistet haben, leiden bei strengem Frost und sterben ab circa minus vier Grad ab, sagte Louen. Für Jungkäfer gelte dasselbe ab minus sieben Grad.

Allerdings überwintere ein deutlicher Teil der Borkenkäfer von zwischen 10 und 40 Prozent des Bestandes nicht im Baum, sondern im Boden, wo er besser geschützt sei. Deshalb bringe der strenge Frost in Sachen Borkenkäfer zwar Entlastung, aber keinesfalls Entwarnung.

Ekel-Alarm: Was die zweiköpfige Schlange hier macht, dürfte manchen den Appetit verderben
Tiere Ekel-Alarm: Was die zweiköpfige Schlange hier macht, dürfte manchen den Appetit verderben

Ein beliebter Gast auf Balkonen und in Gärten - das Eichhörnchen - ruht derzeit meist in seinen geschützten Quartieren, wird aber auch immer wieder wach und sucht Nüsse und andere Nahrung aus den vorher angelegten Vorratsverstecken.

Titelfoto: 123RF/Pavol Klimek

Mehr zum Thema Tiere: