Dramatische Rettung: Storchenkind musste von Pute ausgebrütet werden

Loburg (Sachsen-Anhalt) - Ein kleiner Storch verlor im April auf tragische Weise seine Mutter und wird jetzt auf einem Storchenhof mit anderen Storchenkindern aufgepäppelt.

Das Storchenküken ist am Wochenende nach vierwöchiger Brutzeit unter Pute Erna ausgeschlüpft.
Das Storchenküken ist am Wochenende nach vierwöchiger Brutzeit unter Pute Erna ausgeschlüpft.  © MDR Screenshot

Wie Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg e.V. auf seiner Webseite schrieb, wurde bereits vor einem Monat eine tödlich verletzte Storchendame gefunden. Vermutlich starb sie, als sie in eine Stromleitung geriet.

Dr. Michael Kaatz nahm den verendeten Vogel mit auf den Storchenhof und stellte bei einer Untersuchung ein Ei in dem Kadaver fest. Es wurde sofort herausgeschnitten.

Da das Storchenei bereits komplett entwickelt war und vermutlich sowieso bald von der Mutter gelegt worden wäre, haben er und seine Familie es "eben per Kaiserschnitt geholt und hier unserer Pute untergelegt und nun haben wir wirklich den glücklichen Fall, dass aus diesem Ei etwas geschlüpft ist", so Michael Kaatz in einem Beitrag in der Sendung MDR um 2.

Kurze Zeit später kamen noch mehr verwaiste Storcheneier auf den Hof. Ab diesem Zeitpunkt war Pute Erna für das Warmhalten und Ausbrüten aller vier Storchenkinder verantwortlich.

Schon in der vorletzten Woche schlüpften die Storchenbabys aus dem Gelege, das man nach einem Verkehrsunfall in der Nähe gefunden hatte. Das kleine (Einzel-)Waisenkind zog am vergangenen Samstag nach und pellte sich aus seiner Schale heraus. Ihm wurde der Name Asklepios gegeben, da die Geschichte jenes griechischen Gottes seiner eigenen ähnelt.

Nun hat der Storchenhof vier Storchenküken zu versorgen, die alle rund um die Uhr Hunger haben. Wie man im Beitrag sehen kann, wird zur Versorgung des kleinen Vogelkindes ein Plastikstorch verwendet. "Den benutze ich, damit der Storch nicht zu sehr auf den Menschen geprägt wird", sagt Michael Kaatz.

Aber wie soll es stattdessen mit ihm weitergehen?

Ersatzfamilie: Asklepios lebt vorübergehend mit drei anderen Storchenkindern zusammen.
Ersatzfamilie: Asklepios lebt vorübergehend mit drei anderen Storchenkindern zusammen.  © MDR Screenshot

"Dann werden wir sehen, dass wir entsprechend Ammeneltern finden", erzählt der vorübergehende Storchenpapa. Das Küken solle in fünf Wochen ausgewildert werden und bei anderen Storcheneltern aufwachsen.

Titelfoto: MDR Screenshot

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