Zurück in der Freiheit: Aber Bussard "Einauge" vergisst seine Retter nicht!

Dresden - Seine Kinderstube fiel den Borkenkäfern zum Opfer, dann verlor er auch noch ein Auge. Bei seinen Rettern in Dresden fand der Mäusebussard eine neue Familie - und will sie jetzt gar nicht mehr verlassen.

Im vergangenen Sommer gerettet: "Einauge"
Im vergangenen Sommer gerettet: "Einauge"  © Wildvogelauffangstation Umweltzentrum Dresden

Zusammen mit Eltern und zwei Geschwistern wuchs der Bussard auf einer Baumkrone bei Roßwein (Landkreis Mittelsachsen) auf. Doch etwa zwei Wochen nach seiner Geburt im Juni vergangenen Jahres musste der Baum gefällt werden, da er mit Borkenkäfern befallen war.

Die Elterntiere machten die Flatter, die drei hilflosen Jungbussarde wurden in die Dresdner Wildvogelauffangstation gebracht. "Bei einem der Bussarde war ein Auge entzündet. Wir brachten ihn zum Tierarzt, der es herausoperierte", sagt Stationsleiterin Saskia Keller (34).

"Alle drei Geschwister päppelten wir auf." Im August konnten die Raubvögel in die freie Natur entlassen werden.

Dann geschah Ungewöhnliches: "Nach zwei Wochen saß plötzlich Einauge vor unserer Station, klotzte uns an", schmunzelt Keller. "Dass Vögel zurückkommen, kommt schon mal vor. Aber eher in kalten Wintern, wenn sie keine Nahrung finden. Und meist verschwinden sie nach einiger Zeit auch wieder."

Anders Einauge, der trotz seines Handicaps keine Probleme in freier Wildbahn haben dürfte.

Fast täglich zieht er über der Station seine Kreise - man kann sogar den Wecker stellen! "Er kommt früh halb neun und noch mal am Nachmittag, will uns wohl Danke sagen", schmunzelt Keller. "Wir geben ihm dann ein paar Küken." Die frisst er der Stationsleiterin schon fast aus der Hand oder fängt die Beute auf Zuwurf aus der Luft. Und das klappt sogar ganz gut, obwohl er nur ein Auge hat ...

Der einäugige Bussard kommt auch mit Handicap in freier Natur klar, kehrt aber fast täglich zu seinen Rettern zurück.
Der einäugige Bussard kommt auch mit Handicap in freier Natur klar, kehrt aber fast täglich zu seinen Rettern zurück.  © Petra Hornig
Stationsleiterin Saskia Keller (34) und Mäusebussard "Einauge" bei der Fütterung.
Stationsleiterin Saskia Keller (34) und Mäusebussard "Einauge" bei der Fütterung.  © Petra Hornig
Die Küken für die Fütterung sind bereits tot.
Die Küken für die Fütterung sind bereits tot.  © Petra Hornig

Titelfoto: Petra Hornig

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