Flusspferde im Rhein? Mannheimer Forscher liefern neue Erkenntnisse

Mannheim - Mit Flusspferden verbindet man gemeinhin afrikanische Landschaften - dass die Kolosse auch einmal in unseren Gefilden lebten, ist kaum vorstellbar. Und doch: Noch vor rund 30.000 Jahren tummelten sich die mächtigen Tiere im Rhein.

Offenbar waren die Flusspferde doch nicht vor der Eiszeit im Rhein ausgestorben, sondern passten sich den klimatischen Bedingungen an. (Symbolbild)
Offenbar waren die Flusspferde doch nicht vor der Eiszeit im Rhein ausgestorben, sondern passten sich den klimatischen Bedingungen an. (Symbolbild)  © -/XinHua/dpa

Dies ist die Erkenntnis eines interdisziplinären Forscher-Teams, das im Rahmen des Projekts "Eiszeitfenster Oberrheingraben" Hunderte von Knochenfunden auswertete, wie die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim am Mittwoch mitteilten.

Das Spektakuläre an dem Forschungsergebnis ist der Zeitpunkt, zu dem "Hippopotamus amphibius" noch in der Region lebte. Bisheriger Wissensstand war, dass die wärmeliebende Art hier bereits am Ende der letzten Warmzeit vor 116.000 Jahren ausgestorben ist.

Dies muss nach den Untersuchungen der Experten der Reiss-Engelhorn-Museen, des Curt-Engelhorn-Zentrums Archäometrie sowie der Universität Potsdam wohl revidiert werden. Sie fanden auf Basis der Radiocarbonmethode heraus, dass zwischen 48.000 und 30.000 Jahren vor unserer Zeit noch Flusspferde im Oberrheingebiet lebten.

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"Das Flusspferd ist am Rhein also ein waschechter Eiszeit-Bewohner. Das zeigt, dass die Tiere in der Lage waren, sich gut an die entsprechenden Temperaturen und Umweltverhältnisse im kaltzeitlichen Oberrheingraben anzupassen", erläuterte Museums-Generaldirektor Wilfried Rosendahl in Mannheim. Der Oberrheingraben erstreckt sich von Basel bis Frankfurt.

Die neuesten Forschungsergebnisse fließen in die bis Mitte Februar 2022 dauernde Sonderausstellung «Eiszeit-Safari» ein, in der nun auch eine lebensechte Rekonstruktion eines Flusspferdes zu sehen ist.

Titelfoto: -/XinHua/dpa

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