Forscher siedeln Schmetterlinge auf Insel an und ahnen nicht, dass diese mit Parasiten befallen sind

Sottunga (Finnland) - In Finnlands kleinster Gemeinde Sottunga haben freigelassene Schmetterlinge für Aufsehen unter Wissenschaftlern gesorgt.

Mehrere der Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) enthielten Larven von Schlupfwespen (Ichneumonidae), doch die Tierforscher bemerkten dies erst, als es bereits zu spät war.
Mehrere der Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) enthielten Larven von Schlupfwespen (Ichneumonidae), doch die Tierforscher bemerkten dies erst, als es bereits zu spät war.  © atosf, coboflupi / 123RF

Eigentlich war der Plan ganz einfach: Um zu sehen, wie sich Skabiosen-Scheckenfalter auf Sottunga verbreiten, wurden mehrere Raupen des wunderschönen Schmetterlings aus der Familie der Edelfalter übers Land verteilt.

Was die Wissenschaftler jedoch nicht ahnten: Einige der Raupen trugen parasitäre Schlupfwespen in sich - kleine und schmale Insekten, die aus dem Wirt erst dann herausplatzen, wenn er sich verpuppt, um zu einem Schmetterling zu werden.

Ohne es zu wissen, schleppten die Biologen und Tierforscher damit eine neue Art nach Sottunga ein, wie der Guardian berichtet.

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Einen größeren ökologischen Schaden dürfte das kuriose Versehen glücklicherweise nicht angerichtet haben. Denn das im Südwesten Finnlands gelegene Sottunga setzt sich aus vielen kleinen Ostsee-Inseln zusammen, von denen nur drei bewohnt sind.

Es ist also nur ein winziger Teil des skandinavischen Landes betroffen - dennoch kann davon ausgegangen werden, dass sich die Wespe zumindest auch auf den direkt benachbarten Inseln verbreiten wird.

Schlupfwespen wirken klein und zierlich, besitzen aber überlegene Flugfähigkeiten und können auch größere Distanzen zurücklegen, indem sie sich von starken Winden übers Wasser tragen lassen.

Klimawandel bedroht Schmetterlinge: Auch der Scheckenfalter ist betroffen

Von der Ansiedlung der Scheckenfalter-Population auf Sottunga erhoffen sich die Forscher, wieder eine größere genetische Vielfalt zu etablieren. Denn der Schmetterling, der sich mit einem schönen Muster aus Gelb- und Orange-Farbtönen präsentiert, leidet zunehmend unter den Dürren in der Region, die sich aufgrund des Klimawandels häufen.

Titelfoto: atosf, coboflupi / 123RF

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